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06.10.2010 Schnell noch einen neuen 'alten' Personalausweis beantragen

Pressemitteilung der Aktion Freiheit statt Angst e.V. zu den Gefahren des elektronischen Personalausweis (06.10.2010)

Die Gefahren - die Alternative: Schnell noch einen neuen 'alten' Personalausweis beantragen

Ab 1. November gibt es nur noch den Neuen, den elektronischen Personalausweis (ePerso). Wer will den überhaupt?

Na ja, es gibt ja einen unbestreitbaren Vorteil, er ist nur noch so groß wie eine Scheckkarte und passt in jedes Portemonnaie, aber ob das 28,80 statt 8 Euro Wert ist. Das war es aber schon mit den Vorteilen, sonst will ihn nur noch ein unbelehrbarer Innenminister.

Selbst der Datenschutzbeauftragte, den man eigentlich vorher fragen sollte, warnt [1]:

  • Einer der Hauptkritikpunkte an dem elektronischen Personalausweis ist der Chip, der zur Datenspeicherung verwendet werden soll, dieser basiert auf dem RFID-System und kann kontaktlos ausgelesen werden.
  • Der Zugang zu den gespeicherten Daten darf nur über gesicherte Netzwerke und Computer erfolgen,
  • insofern müssen vom Anwender auch Antivirenprogramme und Firewalls gegen Spionageprogramme auf dem eigenen PC eingesetzt werden.
  • Von allen Ausweisinhabern darf künftig insbesondere nicht mehr verlangt werden, den Ausweis zu hinterlegen oder in sonstiger Weise in Gewahrsam aufzugeben (§ 1 Abs. 1 S. 3 PAuswG).
  • Heftig umstritten ist auch § 15 Abs. 1 PAuswG nach dem Polizeibehörden die Ausweisdaten unter bestimmten Bedingungen auslesen dürfen.

Der elektronische Personalausweis - Identitätsdiebstahl wird einfacher

Aber es kommt noch schlimmer. Wovor wir von Anfang an gewarnt haben, ist eingetreten. Der ePerso ist unsicher. Der Chaos Computer Club (CCC) hat gezeigt, dass Fremde die Daten des ePersos und auch die PIN mitlesen und sogar ändern können [2]. Dazu ist lediglich die notwendige kriminelle Energie und ein handelsüblicher Keylogger nötig. Die vom Bundesinnenministerium gesponserten Tablettlesegeräte für den ePerso haben keine eigene Tastatur. Damit gehen alle Daten über einen eventuell unsicheren PC. Daran will der Innenminister auch nichts ändern.

Sophie Behrendt, Sprecherin der Arbeitsgruppe Polizei, Geheimdienste und Militär im Aktionsbündnis Freiheit statt Angst e.V. warnt: "Wurde früher ein Ausweis gestohlen und irgendwo illegal benutzt, so konnte ich hoffen, dass Unterschiede zu meinem Foto und meiner Unterschrift doch auffallen, und ich konnte dagegen vorgehen, z.B. mit graphologischen Gutachten. Das geht nun nicht mehr. Jetzt besitzt der Hacker meine 'echte' und identische Signatur und meine PIN und ich muss beweisen, dass ich den betreffenden Einkauf nicht gemacht habe. Die Beweislast kehrt sich gegen mich."

Der Innenminister hat auch schnell alle privatrechtliche Forderungen in solchen Schadensfällen von sich gewiesen. [3]

Was fordern wir von der Bundesregierung?

  • Verschiebung der Einführung des ePerso mindestens bis die erkannten Sicherheitsmängel behoben sind
  • Keine Verwendung von RFID-Chips bei Anwendungen mit persönlichen Daten
  • Keine Beschaffung von Lesegeräten ohne eigene Tastatur
  • Aufklärung der Bevölkerung über die Mängel des ePerso
  • Aufklärung über das Verhalten mit dem neuen ePerso (keine Hinterlegung in Hotels oder bei Autovermietungen; wann darf die Polizei die Daten auslesen)

Schnell noch einen neuen 'alten' Personalausweis

Wir können nur jede/n auffordern:

  • Vor dem 1. November 2010 noch einen (alten!) neuen Personalausweis beantragen. Dieser gilt dann 10 Jahre und kostet nur 8 Euro. Der Neue wird für seine Scheinsicherheit 28,80 kosten.
  • Wer nach dem 1. November einen neuen Ausweis benötigt, kann zumindest auf die Abgabe seiner Fingerabdrücke verzichten. Die Speicherung der Fingerabdrücke ist immer noch freiwillig!
  • Die Funktionen "elektronischer Identitätsnachweis" im Internet und "elektronische Signatur" sind ebenfalls freiwillig und außerdem kostenpflichtig. Wer so etwas nicht braucht, kann Geld sparen und damit noch etwas für seine Privatheit tun.
  • Solange die offensichtlichen Sicherheitslücken nicht geschlossen sind, sollte man/frau den ePerso nicht am PC verwenden.

Links:
[1] http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/datenschutz-elektronischer-personalausweis-was-erwartet-sie-ab-dem-1-11-2010/

[2] /presse/unsere-themen-in-der-presse/1498-201008024-daten-von-euem-personalausweis-ausgelesen

[3] http://www.netzpolitik.org/2010/plusminus-erklart-den-eperso/

/themen/polizei-geheimdienste-a-militaer/1202-elektronischer-personalausweis
/presse/unsere-themen-in-der-presse/1575-20101001-identitaetsdiebstahl-beim-eperso
/presse/unsere-themen-in-der-presse/1564-20100926-kritik-an-elektronischem-personalausweis
/presse/unsere-themen-in-der-presse/1561-20100923-pin-aendern-beim-fremden-eperso-kein-problem
/presse/pressemitteilungen/1501-20100826-pressemitteilung-zum-hack-des-elektronischen-personalausweis
/presse/unsere-themen-in-der-presse/1408-20100701-

Diese Presserklärung im Internet /presse/pressemitteilungen/1584-20101006-schnell-noch-einen-neuen-alten-personalausweis-beantragen

Pressekontakt für weitere Nachfragen
kontakt@aktion-fsa.de
Sophie Behrendt sb@aktion-fsa.de
Rainer Hammerschmidt rh@aktion-fsa.de
Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Tel: +49-30-69209922-1, Mobil: +49-170-2487266, E-Mail: rcrf@aktion-fsa.de

 


Kategorie[18]: Pressemitteilungen Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/1sz
Tags: Personalausweis, ePerso, ePA, nPA, Hack, Sicherheit, Missbrauch, Polizei, Innneminister RFID
Erstellt: 2010-10-06 06:07:58
Aufrufe: 12632

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