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06.05.2012 Kind nach 20 Jahren abgeschoben

Ein Kind wächst über 20 Jahre in der Bundesrepublik auf und wird dann abgeschoben

... so etwas kann es nicht geben. ...oder, der war wohl kriminell. Das sind die Stereotype, die man/frau zu diesem Thema hört. Leider ist es aber gängige Praxis unserer "Ausländerbehörden". Deshalb möchten wir als Arbeitsgruppe Flucht & Migration in Aktion Freiheit statt Angst e.V. hier den aktuellen Fall von Adil H. aus Brilon aufzeigen, den www.alle-bleiben.info/news/info-news97.htm in einer Pressemitteilung dokumentiert hat.

Adil H. war 1992 als kleines Kind mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Am vergangenen Donnerstag (26.04.2012) wurde der junge Familienvater aus Brilon in die Republik Kosovo abgeschoben. Seine Ehefrau und seine 16 Monate alte Tochter blieben allein zurück. Familie und Freunde von Adil kämpfen nun für seine Rückkehr.

Stellen Sie sich vor, Sie sind als kleiner Junge nach Deutschland geflohen…Geflohen vor Krieg, rassistischer Verfolgung und Armut… In Deutschland erwartete Sie dann ein Leben in isolierenden Heimen, struktureller Ausgrenzung und Benachteiligung, ein Arbeitsverbot, eine prekäre Beschäftigung mit ständiger Angst vor Abschiebung, da Sie alle paar Monate auf eine Verlängerung der Duldung warten…

Sie leben 20 Jahre in Deutschland unter diesen Bedingungen. Schaffen es dennoch als Leiharbeiter eine Familie zu gründen. Sie heiraten eine Frau mit Aufenthaltserlaubnis, haben nun ein einjähriges Kind mit ihr…

Sie fühlen sich hier zu Hause, kennen nur Deutschland. Stellen sie sich vor, dass plötzlich nachts um halb 1 ein Einsatzteam von Bundespolizei und Ausländerbehörde ohne Vorankündigung in ihr Wohnheim eindringt, dort alle Räume und Menschen durchsucht und kontrolliert. Zeitgleich werden präventiv ebenso ihre Familienangehörigen in ihren Wohnungen besucht und kontrolliert, selbst wenn sie noch Duldungen haben, schwer krank sind und jeden Tag in genau dieser Angst vor Abschiebung leben…

Sie werden gewaltsam mitgenommen, zusammen mit vielen anderen in einen Flieger gesteckt, getrennt von ihren Freunden, ihrer Familie, ihrer Lebenswelt…

Sie werden abgeschoben in ein Land was ihnen nicht bekannt ist. Sie sprechen nur deutsch und niemand versteht sie. Sie leben auf einmal in einer Art Ghetto und können sich nicht frei bewegen, aus Angst vor rassistischen Kontrollen und gewalttätigen Übergriffen. Sie haben keine gesundheitliche Versorgung, kein Geld, oft kein Wasser, kein Essen, fast keine Chance auf einen Job. Sie leben in Baracken und müssen Müll auf verwertbares durchsuchen…

ALL DAS IST REALITÄT in Deutschland und nur ein Beispiel tatsächlich passierter Vorgänge in diesen Tagen….Tausende Roma werden nach Ex-Jugoslawien abgeschoben, selbst wenn sie über 20 Jahre hier leben, Familie haben, oft auf medizinische Versorgung angewiesen sind usw…

Der Abgeschobene des oben beschriebenen Beispiels steht nun vor dem Nichts, wurde unter unendlichem Leid von seiner Familie getrennt und darf nicht zurück nach Deutschland… Pressemitteilung dazu: http://www.alle-bleiben.info/news/info-news97.htm Der Betroffene war nicht „kriminell“, wie es wahrscheinlich viele der vorurteilsbeladenen deutschen Mehrheitsgesellschaft denken würden…

Menschen werden durch diese rassistischen Lebensbedingungen in Deutschland „kriminell“ gemacht und so war es in diesem Fall das fehlende Geld für Fahrkarten und die Nichtzahlung der darauf folgenden Bußgelder, die ihm in diesem Fall den Titel des Straftäters einbrachten. Es ist nur ein Beispiel von hunderten, gar tausenden, die so ähnlich oder oft auch noch schlimmer stattfinden…

Die verantwortlichen Behörden sehen nicht die Lage der Betroffenen. Die Verhältnisse in den Ex- Jugoslawien Staaten werden schön geredet, tatsächlich aber werden sie immer schlimmer. Der Rassismus gegen Roma (Antiziganismus) nimmt in Zeiten „der Krise“ immer mehr zu, bis hin zu pogromartigen Verfolgungen. Und auch nach der Ermordung von 500.000 Roma und Sinti im Nationalsozialismus, gibt es keine Entschädigung oder wirkliche Schutzregelung für diese Minderheit in Deutschland. All das passiert unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Lassen Sie nicht zu, dass diese und andere gewaltvolle Abschiebungen weiterhin stattfinden können!



Kategorie[23]: Flucht & Migration Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/1QW
Tags: FsaMitteilung, Abschiebung, Folter, Migration, Asyl, Menschenrechte
Erstellt: 2012-05-06 07:28:02
Aufrufe: 1160

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