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09.09.2012 Infostand auf dem Tag der Mahnung

Infostand zum Tag der Mahnung zusammen mit Schule ohne Militär

Auch in diesem Jahr zum 73. Jahrestags des Kriegsendes haben wir am 09.09.2012 den Tag der Mahnung begangen. Der Tag der Erinnerung und Mahnung gehört zu den größten regelmäßigen Veranstaltungen, die das Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Neonazismus verbinden.
Als Aktion Freiheit statt Angst e.V. haben wir uns bereits in den letzten Jahren regelmäßig mit einem Infostand beteiligt, weil wir neben der Überwachung im Innern auch die Abwehr der EU-Außengrenzen bekämpfen. Wir gedenken mit dieser Veranstaltung auch der Tausende von MigrantInnen, die in den letzten Jahren ihr Leben bei dem Versuch verloren haben Europa zu erreichen.

In diesem Jahr an einem neuen Ort: Tempelhofer Feld neben ehemaligem Flughafengebäude, Zugang Columbiadamm

Die Geschichte des Tempelhofer Feldes ist eng mit dem Terror des Naziregimes verbunden. Hier befand sich das Columbiahaus, das zuerst als Gefängnis der Gestapo und dann als Konzentrationslager genutzt wurde. An die Zehntausend Antifaschisten wurden hier von 1933 bis 1936 weggesperrt, gefoltert und auch ermordet. Wir erinnern an die Tausende Zwangsarbeiter, die hier in Barackenlagern untergebracht waren und im Flughafengebäude in der Rüstungsproduktion unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Wir fordern, dass bei der künftigen Gestaltung des Tempelhofer Feldes die Zeit des Faschismus angemessen berücksichtigt und ein Informations- und Gedenkort geschaffen wird. Im Gedenken an die Opfer des Naziregimes beziehen wir die Opfer rassistisch motivierter Morde der Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit ein.

Rassismus beim Namen nennen
Rassismus ist in weiten Teilen unserer Gesellschaft tief verwurzelt, Menschen werden ausgegrenzt und diskriminiert ob ihrer vermeintlichen Herkunft, Religion, Lebensweise oder ihres sozialen Status. Neonazistische, rechtspopulistische und rassistische Gruppierungen schüren Ängste und Vorurteile, um zu polarisieren und zu entsolidarisieren. Vertreter aus Politik und der Medien bedienen diese Ressentiments mit politischen Maßnahmen und Stimmungsmache, um von den eigentlichen Ursachen der sozialen Probleme abzulenken.

Der Umgang staatlicher Institutionen mit Neonazis und ihrer Ideologie ist von Verharmlosung und tödlicher Ignoranz gekennzeichnet. Wir fordern Aufklärung des Versagens von Politik und Sicherheitsbehörden und Transparenz über die Zusammenarbeit von Verfassungsschutz in den Naziorganisationen. Hier reicht kein parlamentarischer Untersuchungsausschuss - wir brauchen einen runden Tisch, der die Zusammenhänge mit dem bis in die Mitte der Gesellschaft reichenden Rassismus untersucht und benennt.

Wir solidarisieren uns mit den betroffenen Migrant_innen, insbesondere Muslim_innen aber auch mit den Roma, die einem zunehmenden Antiziganismus in Europa ausgesetzt sind. Die Tradition, in jedem Jahr den zweiten Sonntag im September als Gedenktag für die Opfer des Faschismus zu begehen, begründeten 1945 im unmittelbar hinter dem Tempelhofer Feld liegenden Neuköllner Werner-Seelenbinder-Stadion Überlebende der Zuchthäuser und Konzentrationslager. In Übereinstimmung mit ihnen treten wir an diesem Tag der Erinnerung und Mahnung für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander der Menschen auf, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialem Status, Religionszugehörigkeit, Lebensentwürfen und Überzeugungen.

Mehr dazu bei www.tag-der-mahnung.de

Das Wagnis des Ortswechsels wurde durch das schöne Spätsommerwetter und die Tausende Besucher belohnt.


Kategorie[25]: Schule ohne Militär Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/1SZ
Tags: Aktivitaet, Infostand, Mahnung, Rassissmus, Neo-Nazi, Krieg, Militaer, Frieden
Erstellt: 2012-09-10 13:20:00
Aufrufe: 1697

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