banner sicherheit https-everywhere Zugriff im Tor-Netzwerk Sitemap | Impressum DE | EN
web2.0 Diaspora RSS Vimeo A-FsA Song MeetUp Twitter Youtube Flickr
27.09.2012 FRONTEX und die EU-Außengrenzen

Tödliche Festung Europa

Aktion Freiheit statt Angst hatte anlässlich der diesjährigen Engagementwoche und der bundesweiten Aktionswoche "Bildung ohne Bundeswehr"  zum Themenabend
"FRONTEX und die EU-Außengrenzen" eingeladen.
Am Do., den 27.09.2012, ab 19:30h im Café COOP, Rochstr. 3, 10178 Berlin, haben wir uns mit diesem quasi-militärischen Thema beschäftigt, denn statt normaler polizeilicher Grenzkontrollen erleben wir an den Außengrenzen eine gefährliche Militarisierung, die ebenso wie z.B. das Vorgehen gegen Piraten vor und neuerdings auch in Somalia das Völkerrecht und die Menschenrechte bewußt übersieht.

Prolog - Wie sind wir zu diesem Thema gekommen?

Aktion Freiheit statt Angst kümmerte sich hauptsächlich um Datenschutz und Informationsfreiheit aber auch Einschränkungen der demokratischen Freiheiten und die Mißachtung der  Menschenrechte sind unsere Themen. Mit Workshops, kreativen  Aktionen und Infoständen machen wir auf solche Mißstände aufmerksam.

In unserer Themenliste steht an vorderer Position auch Flucht & Migration. Auf diesem Gebiet haben wir beim genaueren Hinschauen zuerst, bedingt durch unseren Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung die Themen Visa Waiver (die Datei der berüchtigten Vieleinlader), EuroDAC (die europäische Fingerabdruckdatei), das Schengen Informationssystem und FRONTEX als technische Überwachungsmaßnahmen gesehen.

Im Rahmen dieses Themenabends sollte jedoch nicht der Einsatz von Technik das Thema sein, sondern die Unmenschlichkeit und die Mißachtung der Menschenrechte, weil wir diese Veranstaltung geplant haben für die jährliche Woche des zivilgesellschaftlichen Engagements (das bedeutet für uns Einmischung) und der Antimilitaristischen Aktionswoche für militärfreie, militärkritische Bildung an Schulen und Hochschulen.

Der Film - It's Europe or death

Zum Auftakt wurde der Kurzfilm "It`s Europe or death" gezeigt. Es ist Europa oder der Tod ... ist die Geschichte, die Gedanken, das Erleben und das Lied eines jungen Afrikaners über seine Hoffnung Europa. Die Filmemacherin Paula Gepard und auch der Sänger und Darsteller Mark Kofi Asamoah waren anwesend.

Szene aus dem Film "It`s Europe or death"

FRONTEX und die EU Außengrenzen

Anschließend haben wir uns einen Überblick über die EU Politik zum "Schutz der Außengrenzen" verschafft. Hier spielt die "Agentur FRONTEX" eine besondere Rolle über die hier noch genauer berichtet werden soll.

  • Aufbau des EU Grenzschutzregimes
  • Menschenrechtsverletzungen und Opfer der Festung Europa
  • Was treibt die Menschen trotz dieser Gefahren nach Europa?

... to be continued (Fortsetzung folgt, sobald etwas mehr Zeit ist. Zu den Folien gehört eigentlich noch ein wenig Text zur Erläuterung.)

Tödliche Festung Europa - FRONTEX und der kalkulierte Krieg gegen Flüchtlinge

1. Opfer der Festung Europa I

  • Exterritoriale Lager
  • Eingeschränktes Asylantragsrecht
  • Mangelnder Rechtsschutz, Aburteilung in Schnellverfahren
  • Katastrophale hygienische Bedingungen
  • Ständige Berichte über Folter und Misshandlungen
  • Vertiefung von Traumatisierungen
  • Unzählige Todesopfer (s. Quellen)

2. Opfer der Festung Europa II

  • Bis zu 300 Flüchtlinge auf einem kleinen Fischerboot ? hohe Opferzahlen
  • Nachweislich von NGOs gezählt wurden über 18.000 Tote zwischen 1988 und 2011
  • Dunkelziffer? vermutlich ertrinkt jeder 4. Flüchtling auf See? ca. 16.000 Tote/Jahr
  • 2007: 43.000 „angelandet“
  • 2008: 67.000 „angelandet“
  • 2009: viel weniger, nach „Freundschaftsvertrag“ Italien-Libyen

3. Menschenrechtsverletzungen

  • Einschränkung des Asylrechts in den europäischen Staaten durch Drittstaatenregelung (angeblich sicherer Drittstaat)
  • durch Verfassungsänderungen
  • Missachtung des Seerechts (3 Beispiele)
    •  Warnungen vor „gefährlichem Treibgut“
    • Cap Anamur: 12. Juli 2004: 37 Flüchtlinge aus Seenot gerettet; in Italien wegen „Schlepperei“ verhaftet und Schiff beschlagnahmt; 2009 freigesprochen
    • Tunesische Fischer: 2007: 2 Fischer retten 44 Flüchtlinge; in Italien verhaftet und zu 30 Monaten verurteilt; Boot beschlagnahmt; Sept. 2011 freigesprochen

4. Gründe für die Flucht nach Europa - „Freihandels“-Abkommen und Kolonialerbe

  • IWF und Weltbank erzwingen Freihandel und Abbau der Zollschranken
  • Agrarsubventionen in der EU
  • Exportsubventionen der EU
  • Lokale Märkte werden zerstört
  • Waffenexporte der Industriestaaten
  • Schüren von Konflikten und Ausbeutung der Natur- und Bodenschätze mit Hilfe der korrupten Eliten aus Kolonialzeiten

5. Fakten zu FRONTEX

  • 39 EU-Agenturen – eine davon ist Frontex
  • Legitimation und politische Kontrolle gering
  • 2004 gegründet, Sitz in Warschau
  • Jahresbudget: knapp 90 Mio. Euro + weitere Finanzquellen
  • 19 Flugzeuge, 24 Hubschrauber, 107 Boote, etliche Fahrzeuge u.v.a.m.  (seit 2007)

6. Aufgaben von FRONTEX

  • Schutz der Außengrenzen,
  • Ausbildung von nationalen Grenzschutzbeamten,
  • Risikoanalysen,
  • Forschung,
  • Unterstützung an den Außengrenzen,
  • Organisation gemeinsamer Rückführungsaktionen,
  • Kriminalitätsbekämpfung an den Grenzen

7. FRONTEX Historie I

  • 1978: Gründung der TREVI-Gruppe (Terrorisme, Radicalisme, Extremisme et Violence Internationale) (außerhalb EU)
  • 1985: Unterzeichnung Schengen-Abkommen (außerhalb EU)
  • 1986: Ad-Hoc Gruppe Einwanderung der EG
  • 1990: Unterzeichnung des Dubliner Abkommens („Drittstaatenregelung“; in Kraft getreten 1997)
  • 1991: Vertrag von Maastricht (Migrationspolitik wird Teil der dritten Säule „Justiz und Innere Angelegenheit“)
  • 1997: Vertrag von Amsterdam, Aufnahme des Schengen-Abkommens in den EU-Rechtsrahmen
  • 1999: Programm von Tampere (Rückübernahmeabkommen mit Drittstaaten)

8. FRONTEX Historie II

  • 2000: Aufbau EURODAC
  • 2003: Dublin II-Abkommen
  • 2004: Haager Programm (systematische Einbindung von Transitstaaten in die Grenzsicherung und ein integriertes EU-Grenzschutzsystem)
  • 26. Oktober 2004: Verordnung (EG) 2007/2004 zur Schaffung der Grenzschutzagentur Frontex
  • 2005 Prümer Vertrag („Schengen II“)
  • Mai 2005: Beginn der operativen Arbeit
  • 25. Mai 2005: Konstituierende Sitzung des Verwaltungsrates
  • September 2007: Bezug der Zentrale in Warschau
  • 2009: Stockholm-Programm

9. Quellen


Mehr dazu bei uns:

Unser Flyer dazu: Aktion FsA Flyer FRONTEX - die Grenzschutzagentur der EU (RGB) .pdf


Eine ausführliche Darstellung über die Opfer an den Grenzen Europas gibt es bei der Antirassistische Initiative Berlin: http://www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

Die eigenartige Selbstdarstellung von FRONTEX "weder Polizei noch Militär" gibt es auszugsweise hier http://www.mare.de/index.php?article_id=3876


Kommentar: RE: 20120927-frontex-und-die-eu-aussengrenzen

Das Thema ist wichtig, drum wäre es schön, hier mehr darüber zu lesen, denn nicht jeder wohnt in Berlin und kann einfach vorbeikommen

Karl, Mon, 1 Oct 2012 14:38:32 +0200


RE: RE: 20120927-frontex-und-die-eu-aussengrenzen

Wir werden in den nächsten Tagen auf dieser Seite die Inhalte der Veranstaltung einstellen.

Aktion FsA, Webteam , Mon, 1 Oct 2012 16:13:12 +0200


 


Kategorie[23]: Flucht & Migration Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/1TA
Tags: Aktivitaet, Migration, Flucht, Asyl, Eu, Frontex, Abschiebung
Erstellt: 2012-07-24 16:35:03
Aufrufe: 3855

Kommentar abgeben

Wer hat, der kann! Für eine verschlüsselte Rückantwort hier den eigenen Public Key reinkopieren.
(Natürlich optional)
Geben Sie bitte noch die im linken Bild dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld ein, um die Verwendung dieses Formulars durch Spam-Robots auszuschließen.
logos Mitglied bei European Civil Liberties Network Creative Commons Mitglied bei WorldBeyondWar Wir unterstützen den CCC Beim freiwilligen Engagement stets dabei Mitglied bei Schule ohne Militär Wir speichern nicht Wir verwenden kein JavaScript Mitglied bei Fundamental Right Platform Für Transparenz in der Zivilgesellschaft Nominiert für Deutschen Engagementpreis