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10.02.2015 Probleme beim vernetzten Auto

Justizminister Maas mahnt Datenschutz bei vernetzten Autos an

Aktion Freiheit statt Angst war auf der zentralen Veranstaltung des Bitkom zum Safer Internet Day 2015 in Berlin dabei.

Etwas 200 Teilnehmer der Konferenz "Wohin geht die Fahrt?" machten sich Gedanken zu den Problemen bei der Vernetzung von Fahrzeugen.

„Autofahrer müssen selbst entscheiden können, welche Daten erhoben und an wen diese übermittelt werden“, sagte Justizminister Maas in seiner Eröffnungsrede. „Was wir nicht wollen, ist aber der „gläserne“ Autofahrer, für den Bewegungsprofile erstellt und Daten über den Fahrstil gesammelt werden."

Da hat die Autoindustrie noch einiges zu tun. Es wurde auch schnell klar, dass der Datenaustausch bei vernetzten Fahrzeugen international geregelt werden muss, im nationalen Alleingang kommt hier niemand voran. Auch darum ist die Verabschiedung der EU Datenschutzgrundverordnung immens wichtig - vor allem auch das Verhindern einer weiteren Verwässerung ihrer Vorschriften durch Lobbyvertreter der Industrie.

Klar wurde auch, dass nicht mehr der "Besitz" eines Autos im Vordergrund steht, sondern die Möglichkeiten der Mobilität und die sind mit Car-Sharing und der Mischung der Verkehrsträger (auch Bahn und Bus) durchaus vielfältig.

Ende der Datensparsamkeit?

Aber all diese Modelle beruhen auf gigantischen Datenvorräten und ihre Auswertung (möglichst) im Interesse der Kunden und nicht der Konzerne. Ein Modell der gehobenen Klasse sammelt mit ungefähr 70 Sensoren etwa 3GB an Daten pro Minute. Nach Angaben des Sprechers von Daimler wird für einen Großteil davon innerhalb von 30 Sekunden der Speicher wieder freigegeben. (Das ist immer noch ein Unterschied zum wirklichen Löschen.)

Für Datenschützer interessant waren auch die Gefahren, die durch Hacking eines automatisch gesteuerten Fahrzeuges entstehen können. Erinnert wurde an das "Problem" bei BMW vor einer Woche, wo für 1,2 Mio. Fahrzeuge eine "Sicherheitslücke" existierte.

Weitere offene Fragen

  • Wer ist der Besitzer der Daten des Autos? Eigentümer, Hersteller, Versicherung, ...
  • Wer haftet für Programmfehler?
  • Ist das Auto plötzlich Zeuge der Anklage gegen den Fahrer?
  • Wie werden die "Beweise" aus dem Auto gewertet? 100% wie beim DNA Abgleich?
  • Wie sagt mir das Auto, dass es allein mit der Situation nicht fertig wird?
  • Wie soll folgende "Notsituation" programmiert werden: Entweder fahre gegen den Baum oder in den Gegenverkehr?
  • ...

Kleine Nebenerkenntnis am Rande: Würden wir alle AGBs wirklich lesen, die uns im Laufe eines Jahres zur Zustimmung vorgelegt werden, so hätten wir für 76 Tage Lektüre. Wo bleibt da der Eingriff des Gesetzgebers?

Noch eine Nebenbemerkung: Wir haben die Konferenz genutzt auf unsere Initiative für verschlüsselte Bestätigungsmails im Onlinehandel hinzuweisen.
Aktion FsA Flyer For your eyes only - Verschlüsselte Bestätigungsmails.pdf


Update: Folgende Daten werden von Ihrem Auto bereits erfasst (wenn es nicht schon beliebig alt ist):

  • Geschwindigkeit
  • Kilometerleistung
  • Bewegungsprofile
  • Tag- und Nachtfahrten
  • Fahrten in unfallträchtigen Ballungszentren
  • Fahrstil
  • Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Fahrerwechseln
  • Verschleiß im Auto
  • Unfälle und Pannen
  • Wartungshäufigkeit und –zeitpunkt
  • früher vorgenommene Reparaturen und Wartungen
  • selbst vorgenommene Eingriffe am Fahrzeug

Dazu kommt noch die vom eCall System erfassten Daten über die Bewegung des Fahrzeugs kurz vor einem "meldepflichtigen Vorfall", z.B. einem Unfall. (s. http://www.fr-online.de/auto/verbraucherschutz-digitale-daten---was-autos-ueber-uns-wissen,1472790,29801658.html )


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Kategorie[26]: Verbraucher- & ArbeitnehmerInnen-Datenschutz Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/2pD
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Tags: #Arbeitnehmerdatenschutz #Verbraucherdatenschutz #Datenschutz #SID15 #Maas #Justizminister #Bitkom #Datensicherheit #Persoenlichkeitsrecht #Privatsphaere #Scoring #Verschluesselung
Erstellt: 2015-02-11 10:41:26
Aufrufe: 381

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