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30.06.2015 Angela Davis ruft zur Freilassung von Mumia Abu-Jamal auf

Forderung nach sofortiger Freilassung an den Gouverneur Tom Wolf von
Pennsylvania

Angela Davis ruft auf zur weltweiten Postkarten-Kampagne zur Freilassung von Mumia Abu-Jamal auf. Bei ihrem kürzlichen Besuch in Berlin hat Angela Davis, die Initiative der deutschen Solidaritätsbewegung für Mumia Abu-Jamal mit einem eigenen Aufruf unterstützt.

Sie ruft auf zur Kampagne „FREEDOM POSTCARDS for MUMIA“.

„Der Gouverneur von Pennsylvania hat die Macht, Mumia die Freiheit zu gewähren – und genau das fordern wir jetzt von ihm!“

Anlass für diesen Schritt ist die lebensbedrohliche Erkrankung des Journalisten,
der seit über 33 Jahren im Gefängnis sitzt, fast 29 davon im Todestrakt.

Bischof Desmond Tutus Appell im April hatten u.a. Mitglieder des deutschen
PEN, Abgeordnete des deutschen Bundestags und des französischen Parlaments
mit unterzeichnet. Die schlichte Forderung: Dem Schwerkranken Information
über seine eigene Gesundheitslage und Kontakt mit Familie und Anwälten zu
gewähren. Weitestgehend ohne Erfolg.

Angela Davis knüpft nun mit ihrem Aufruf an ihre eigene Geschichte an. 1971 startete ebenfalls in Berlin die Kampagne „Eine Million Rosen für Angela“. „Diese Postkarten haben dazu beigetragen, meine Zellentür zu öffnen“, sagte sie später.
           
Die Kampagne “Eine Million Rosen” wurde 1972 einer der Schlüssel zum Öffnen meiner Zellentür. Sie begann vor über 40 Jahren in der DDR, als Hunderttausende von Menschen mir Postkarten mit Rosen als Zeichen ihrer Solidarität schickten, und meine Freiheit forderten. Ich saß damals im San Rafael Gefängnis in Kalifornien und musste beim Prozess ein Todesurteil fürchten.

Meine zwei Jahre im Gefängnis waren hart – jetzt stellt euch vor, dass jemand das mehr als 33 Jahre lang ertragen muss! “Eine grell erleuchtete Hölle” hat Mumia Abu-Jamal die winzige Betonzelle im Todestrakt genannt, in der er 22 Stunden an jedem Tag verbringen musste – fast 29 Jahre lang.

Ende 2011 wurde das Todesurteil endgültig für verfassungswidrig erklärt. Selbst nach rein juristischen Kriterien bedeutet das, dass er an diesem grauenhaften Ort gar nie erst hätte sein dürfen.

Das allein sollte dem Gouverneur Grund genug sein, ihn freizulassen.

Überdies weist vieles auf Mumia Abu-Jamals Unschuld hin, von der ich selber immer überzeugt war. Weil er nie ein faires Verfahren hatte, konnte er das nicht vor Gericht beweisen. Jetzt, nach Aufhebung der Todesstrafe, ist er mit einem anderen Todesurteil konfrontiert: einer lebensbedrohlichen Erkrankung, die im Gefängnis nicht angemessen behandelt wird.

Alles deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen in der Gefängnisbehörde nicht gewillt
sind, ihm die Behandlung zukommen zu lassen, die er braucht. Erinnern wir uns an Herman Wallace, der nur wenige Tage vor seinem Tod entlassen wurde. Wir dürfen nicht zulassen, dass Mumia Abu-Jamal dasselbe widerfährt. Er muss nachhause. Jetzt.

Mumia liegt mir sehr am Herzen – ich schätze seine brillante politische Analyse, seine Vision und sein Mitgefühl für andere. All das hat ihn zur Stimme der Unterdrückten gemacht. Er ist einer der warmherzigsten, teilnahmsvollsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Er hat so oft für andere gesprochen – jetzt ist es dringend nötig, dass wir für ihn sprechen.

Wir brauchen ihn, und er braucht uns um freizukommen.

“Eine Million Rosen für Angela” began in Berlin – und in Berlin beginnen wir jetzt unsere neue Kampagne: Überflutet den Gouverneur von Pennsylvania mit Freedom Postcards für Mumia. Gouverneur Tom Wolf hat die Macht, Mumia die Freiheit zu gewähren – und genau das fordern wir von ihm!

Freedom for Mumia Abu-Jamal – NOW!

Adressen und Telefonnummern gibt es hier http://www.mumia.de/
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/4861-20150401-mumia-abu-jamal-in-lebensgefahr.htm


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Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/2u9
Tags: Grundrechte, Menschenrechte, Mumia Abu Jamal, Angela Davis, Todesstrafe, Hinrichtungen, Gefaengnisindustrie, Versammlungsrecht, Zensur, Informationsfreiheit
Erstellt: 2015-06-30 10:59:05
Aufrufe: 360

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