banner sicherheit https-everywhere Zugriff im Tor-Netzwerk Sitemap | Impressum DE | EN
web2.0 Diaspora RSS Vimeo A-FsA Song MeetUp Twitter Youtube Flickr Spenden über Betterplace Bitmessage Facebook Wikipedia
31.08.2015 Menschenrechtspreis für US-Deserteur

STIFTUNG PRO ASYL: André Shepherd erhält Menschenrechtspreis

Wir hatten über den Fall bereits vor einiger Zeit berichtet (Asylantrag von desertiertem US-Soldaten abgelehnt und EuGH für Kriegsdienstverweigerer) und dokumentieren hier die Presseerklärung von Pro Asyl zu Verleihung des Menschenrechtspreises an den mutigen Mann, der sich weigerte an völkerrechtswidrigen Kriegen oder Handlungen teilzunehmen.

André Shepherd entzog sich seinem Dienst in der US-Armee, um nicht nochmals im Irak-Krieg eingesetzt zu werden, und stellte 2008 in Deutschland einen Asylantrag – der abgelehnt wurde. Seither klagt er sich durch deutsche und europäische Instanzen, um auch über seinen Fall hinaus klarzustellen, dass alle Soldaten, die sich durch Desertion völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen, ein Anrecht auf Schutz haben. Dafür erhält er den Menschenrechtspreis der STIFTUNG PRO ASYL.

"Es ist Zeit für uns aufzuwachen und die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, indem wir unsere eigenen Köpfe gebrauchen." Mit diesen Worten ermutigte André Shepherd vor einiger Zeit in einem Brief seine Unterstützerinnen und Unterstützer.

 

"Ich musste raus aus dem Militär"

 

André Shepherd war ab 2004 Mechaniker für Kampfhubschrauber im Irakkrieg. Nachdem seine Einheit an ihren Standort nach Deutschland zurückkehrte, setzte er sich intensiv mit dem Krieg im Irak und dem Vorgehen gegen die dortige Zivilbevölkerung auseinander. Als Shepherd 2007 erneut in das Kriegsgebiet abkommandiert werden sollte, desertierte er. "Schließlich wusste ich, wenn ich noch einmal in den Irak gehe, werde ich für den Tod und das Elend anderer verantwortlich sein. Für mich war daher der Weg eindeutig: Ich musste raus aus dem Militär", so Shepherd. In den USA drohte ihm jedoch, als Deserteur verurteilt und bestraft zu werden. Am 26. November 2008 beantragte André Shepherd daher Asyl in Deutschland.

 

Das Bundesamt lehnt den Asylantrag ab

 

In seinem Asylverfahren beruft sich Shepherd auf eine EU-Richtlinie, mit der Personen geschützt werden sollen, die sich völkerrechtswidrigen Kriegen oder Handlungen entziehen und deswegen mit Verfolgung rechnen müssen. Nach seiner Überzeugung war der Krieg, den die Vereinigten Staaten gegen den Irak führten, völkerrechtswidrig. Auch einfache Soldaten müssten unter diesen Umständen Rechenschaft für ihre Handlungen ablegen, so seine Überzeugung. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte André Shepherds Asylantrag 2011 ab. Er klagte gegen die Entscheidung: "Ich bin nach wie vor nicht bereit, mich an einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu beteiligen und halte es für mein Recht, dies ohne Strafandrohung zu verweigern."

 

Last des Präzedenzfalls

 

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Jahr 2015, das viele Fragen offen ließ, wird das Verfahren nun am Verwaltungsgericht München weitergeführt. André Shepherd, der seit vielen Jahren von Connection e.V., einer Hilfsorganisation für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure, begleitet wird und dessen Verfahren PRO ASYL aus seinem Rechtshilfefonds unterstützt, trägt die Last des Präzedenzfalls. Ein asylrechtlicher Schutz für den Deserteur hätte international große Bedeutung.

 

Menschenrechtspreis von PRO ASYL

 

Durch seinen beharrlichen Widerstand hat André Shepherd seine bürgerliche Existenz in den USA aufs Spiel gesetzt. Doch obwohl er selbst mittlerweile anderweitig aufenthaltsrechtlich gesichert ist, kämpft er bis heute weiter für seine Überzeugung, dass Menschen, die sich völkerrechtswidrigen Kriegen oder Handlungen entziehen, ein Recht auf Schutz haben. Dies macht ihn zu einem Vorbild für Unbeugsamkeit und Humanität.

 

DIE STIFTUNG PRO ASYL würdigt ihn mit der PRO ASYL-Hand 2015. Die Veranstaltung zur Preisverleihung findet am Samstag, dem 12. September 2015 im Haus am Dom in Frankfurt am Main statt.

 

 Fall André Shepherd: Europäischer Gerichtshof urteilt zu Kriegsdienstverweigerung und Asyl (27.02.15)

 Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Fall des US-Deserteurs André Shepherd (26.02.15)

 US-Deserteur Shepherd: EUGH-Generalanwältin stärkt Rechte von Militär- und Kriegsdienstverweigerern (11.11.14)

 Europäischer Gerichtshof verhandelt über Asyl für US-Deserteur (25.06.14)

 US-Deserteur vor dem Europäischen Gerichtshof (06.09.13)

 US-Deserteur Shepherd erhebt Klage gegen Ablehnung seines Asylantrages (07.04.11)

Quelle: http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/andre_shepherd_erhaelt_menschenrechtspreis_der_stiftung_pro_asyl


Alle Artikel zu


Kommentar: RE: 20150831 Menschenrechtspreis für US-Deserteur

US-Deserteur erhält kein Asyl in Deutschland weil seine Einheit nicht nachweisbar an Kriegsverbrechen beteiligt war. Damit ist er mit seinem Asylantrag vor dem Verwaltungsgericht München endgültig gescheitert. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-11/andre-shepherd-asylantrag-us-amerikaner-deutschland

Sara, 18.11.2016 21:34


 


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/2vQ
Tags: Schule ohne Militaer, Militaer, EuGH, Deserteur, Shepherd, Klage, Drohnen, Aufruestung, Waffenexporte, Friedenserziehung, Menschenrechte, Zivilklauseln, Grundrechte, Pro Asyl, Menschenrechtspreis
Erstellt: 2015-08-31 08:16:48
Aufrufe: 480

Kommentar abgeben

Wer hat, der kann! Für eine verschlüsselte Rückantwort hier den eigenen Public Key reinkopieren.
(Natürlich optional)
Geben Sie bitte noch die im linken Bild dargestellte Zeichenfolge in das rechte Feld ein, um die Verwendung dieses Formulars durch Spam-Robots auszuschließen.
logos Mitglied bei European Civil Liberties Network Creative Commons Mitglied bei WorldBeyondWar Wir unterstützen den CCC Beim freiwilligen Engagement stets dabei Mitglied bei Schule ohne Militär Wir speichern nicht Wir verwenden kein JavaScript Mitglied bei Fundamental Right Platform Für Transparenz in der Zivilgesellschaft Nominiert für Deutschen Engagementpreis