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15.05.2017 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Künftig haben wir auf unserem Konto "nichts mehr zu verbergen"

Wir erinnern uns dunkel an Safe Harbor, das Datenaustausch-Abkommen mit den USA, welches der EuGH als nichtig erklärt hat und welches dann durch das genauso wirkungslose Privacy Shield ersetzt wurde (Safe Harbor wird Privacy Shield). Für die Finanzwelt stand dabei der Zugriff der USA auf das europäische Swift System in Belgien im Mittelpunkt (für den Normalbürger eher das generelle Abwandern ihrer Daten in die USA).

Die EU setzt nun mit ihrer Zahlungsverkehrsdirektive PSD 2 das i-Tüpfelchen oben drauf. Damit werden die Banken ermächtigt dafür zu sorgen, dass alle möglichen Unternehmen alles über unseren Zahlungsverkehr erfahren können. Mit der Payment Services Directive (PSD2), die bereits in deutsches Recht umgesetzt wurde, „dürfen“ wir als Bankkunden Dritten gestatten, Überweisungen direkt auf unserem Girokonto auszulösen und Einblick in all unsere Finanzdaten zu nehmen.

Es ist hoffentlich Jedem klar, was das bedeutet: Während früher alle AGBs der Banken ausdrücklich verboten, dass wir unsere PIN (und auch die TANs) an Fremde weitergeben, so soll der Kontozugriff durch "Andere" nun Standard werden, wenn sie z.B. Paypal, .... heißen.

Damit das funktioniert müssen die Banken – auf eigene Kosten - die erforderlichen Schnittstellen schaffen und das in einer Zeit, in der wir fast täglich über atemberaubende Überwachungsaktionen der Geheimdienste und Datenklaus lesen. Warum sollen wir auch noch "freiwillig" unsere Finanzdaten an die großen Unternehmen geben?

Paypal muss dann künftig keine Lastschrift mehr von unserem Konto einziehen sondern wird direkt von unserem Bankkonto die Zahlung veranlassen (für die wir dann evtl. zusätzlich eine Buchungsgebühr zahlen müssen). Paypal kann außerdem auch schauen, was wir sonst so auf dem Konto machen und nach ihren neuen AGBs von 2015  mit diesem Wissen machen was es will und sie verkaufen, an wen auch immer.

Paypal und Microsoft (via Gates-Foundation) sind mit ihrer Better Than Cash Alliance ganz vorne beim Kampf um die Abschaffung des Bargelds. Ihr letzter Coup war das  große Bargeld-Abschaffungs-Experiment in Indien. Die Europäische Union will mit PSD2 den Wettbewerb im Zahlungsverkehr fördern – ihn sicherer, bequemer und billiger machen. Das Gegenteil ist das Ergebnis, wie sich nun durch die notwendigen Investitionen bei den Banken zeigt - und eine Anonymität des Einzelnen bei seinen täglichen finanziellen Entscheidungen ist Vergangenheit.

Auch die sogenannte "Freiwilligkeit" des Bankkunden ist Makulatur, denn in einigen Jahren wird jeder Online-Händler eine Zustimmung zum Einblick in das Konto als Voraussetzung verlangen.

Mehr dazu bei http://norberthaering.de/de/27-german/news/823-psd2
und http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/was-eu-regel-psd2-im-zahlungsverkehr-fuer-bankkunden-bedeutet-14912865.html
und http://norberthaering.de/de/27-german/news/746-washington-und-indiens-bargeld

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Kommentar: RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

dabei gibt es schon ewig
https://de.wikipedia.org/wiki/Giropay
ohne diese probleme, denn
Ein weiterer Vorteil für den Käufer ist die hohe Datensicherheit, denn er gibt dem Händler oder einem anderen Dritten nur die Bankleitzahl bekannt. Alle persönlichen und sicherheitsrelevanten Daten (Anmeldename bzw. Verfügernummer, PIN, TAN) gibt er im geschützten Dialog des Online-Banking mit seiner Bank an. Um dem Händler die Sicherheit geben zu können, dass die Zahlung ankommt, muss im Gegensatz zu anderen Verfahren keinem Dritten die Möglichkeit einer Kontostandsabfrage oder Bonitätsprüfung eingeräumt werden.
aber diese vollbleppos nehmen ja mit wachsender begeisterung paypal und sofortüberweisung

M., 15.05.2017 20:12

RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Ich kann nicht so viel fressen wie ... ach, ihr wisst schon - kopfschüttel

A., 15.05.2017 23:01

RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

app soluut cccriminell, DANKE, Klasse, fuer die deutliche , dEUtliche, WWWarnung!!!

W., 16.05.2017 09:30


RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Da kann Mensch nur sagen, anders machen und so viele wie möglich mitnehmen. Die Paypals und Amazons dieser Welt können nur das verdienen was wir ihnen geben.

L., 16.05.2017 09:49


RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Wenn ich mir ansehe wie schwierig es ist im Bekanntenkreis Menschen dazu zu bewegen Paypal kritisch zu betrachten und hinterfragen ist absehbar wo der Weg hingehen wird.

F., 16.05.2017 13:22


RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

@L das stimmt so pauschal nicht und ist sehr abhängig davon wie die "Chancen sind zum anderen durchzudringen", was sehr davon abhängt was es an Alternativen gibt.

F., 16.05.2017 13:29


RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Stimmt, frei nach:
Oh Herr gib mir die Kraft
Dinge zu ändern die ich ändern kann
und die Weisheit
die zu erkennen die ich nicht ändern kann.
In diesem Sinne - jede Tag ein richtige Tat.

L., 16.05.2017 13:41


RE: 20170515 Wie Brüssel Bankkunden gläsern macht

Altes Pfadfinderehrenwort eben :-))

L., 16.05.2017 14:00


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/2Mh
Tags: EU, Privacy Shield, PSD2, Kontozugriff, Verbraucherdatenschutz, Datenschutz, Datensicherheit, Datenskandale, Anonymisierung, Persönlichkeitsrecht, Privatsphäre, Bankdaten, Safe Harbor, Bankdaten/Swift-Abkommen, Scoring,
Erstellt: 2017-05-15 07:43:20
Aufrufe: 168

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