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03.08.2018 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

12.000 Linux PCs in Niedersachsens Finanzbehörden sollen durch Windows ersetzt werden

Der Tux ist traurig, denn wieder schaltet und waltet die Politik jenseits aller wirtschaftlichen Erwägungen und in diesem Falle sogar ohne einen Plan. Vor einem Jahr haben wir von den Absichten einer Rückumstellung auf Windows in der Stadtverwaltung München berichtet und davor gewarnt.

Die niedersächsische Finanzverwaltung nutzte bereits seit Mitte der 1990er Jahre Sun-Workstations mit Solaris, die ab 2005 auf Linux umgestellte wurden. Auf 12.000 Arbeitsplätzen läuft heute OpenSuse Leap 42.2. Damit soll nun Schluss sein, denn auf Seite 134 des 138-seitigen Koalitionsvertrags hat die Niedersächsische Landesregierung festgeschrieben: "Wir werden den in Niedersachsen bislang Linux-basierten Verfahrensbetrieb aufgeben".

Keine Rede ist von Evaluierung oder bestehenden Problemen und die Umstellung soll bereits 2019 beginnen, denn es wurde dafür ein Etat von zunächst 5,9 Millionen Euro bereitgestellt. So ein IT-Großprojekt braucht normalerweise eine obligatorische Planung, welche Kosten über welchen Zeitraum anfallen und mit welchen Einsparungen im Gegenzug zu rechnen ist. So etwas gibt es nach Recherchen von c't nicht.

Auf detaillierten Fragen von Heise wurde nicht geantwortet. Heise stellt fest: "Es ist also offenkundig eine rein politische Entscheidung, Linux rauszuwerfen und Abermillionen Euro für die Migration auf ein proprietäres Betriebssystem auszugeben – wobei man nicht einmal abgeschätzt hat, wie viele Millionen etwa die notwendigen Windows-Lizenzen verschlingen werden."

Auch über die Kosten des Linux-Betriebs im Vergleich zu Windows-Arbeitsplätzen in den letzten 15 Jahren konnte niemand in Niedersachsen Angaben machen.

Welche Gefahren und welche Zusatzkosten durch den Betrieb von Windows 10 aufkommen, das haben wir und auch die Münchner grün-rosa Liste am Beispiel der Stadtverwaltung München zusammengetragen. Politische Entscheidungen scheinen immer mehr jeden Bezug zur Realität zu verlieren.
... und stehen auch im Gegensatz zur Absicht der EU, die Verbreitung von Open Source im öffentlichen Sektor zu stärken.

Mehr dazu bei https://www.heise.de/newsticker/meldung/Windows-Zwangsmigration-in-Niedersachsen-Linux-als-Opfer-der-Politik-4128383.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/5907-20170211-schwarz-rot-in-muenchen-will-zurueck-zu-windows.htm
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6068-20170612-gefaehrdung-der-stadt-muenchen-durch-windows.htm


Kommentar: RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Und der Rechnungshof sagt dann wie pöse das alles ist, und die Verantwortlichen lachen sich eins und machen fröhlich weiter. Wenn irgendwas demokratisch mit Mehrheit beschlossen ist, egal wie dämlich, dann wird es auch so gemacht. Fehlt nur noch das übliche negative anpreisen des System und ich muss lachen, wenn es nicht so traurig wäre

P., 03.08.2018 13:39


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Mit unseren Steuergeldern kann man's ja machen.

La., 03.08.2018 10:43


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Jo klar, im Verschwenden von Steuergeldern ist man nach wie vor gut.
Evtl. wäre es eine gute Idee mal beim Landesrechnungshof Niedersachsen (https://www.lrh.niedersachsen.de) nachzufragen was die davon halten, dass da Millionen ohne jeden Sinn und Plan zum Fenster raus geworfen werden. Der Bundesrechnungshof ist da ja nicht zuständig, außer wenn auch Bundesmittel mit rein fließen.

Ra., 03.08.2018 12:30


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Ja würde aber für mehr Aufsehen und Widerstand sorgen.
Das diese Entscheidung sicher entsprechen (finanziell und lobbytechnisch) unterfüttert ist, darüber braucht man sich imho wohl keine Sorgen machen.

Ra., 04.08.2018 13:57


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

und was genau bringt dann der aufstand und widerstand?
durchziehen tun sie es immer. also nur heiße luft

P., 04.08.2018 14:18


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Kommt immer darauf an wie viele Leute Du auftreiben kannst die aktiv Widerstand leisten. Und genau da ist das große Problem.

Ra., 04.08.2018 14:20


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

So Raven, dann mal bitte nur ein Beispiel wo sich was geändert hat nachdem es zur Empörung kam.

P., 04.08.2018 14:21


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Empörung reicht nicht. Massiver Widerstand kann schon was bewegen. Aber die Leute bekommen ihren Arsch nicht hoch oder sind zu arg im bestehenden System eingebunden so das sie für so was keine Zeit haben oder beides.

Ra., 04.08.2018 14:45


RE: 20180803 IT-Großprojekt ohne Planung und ohne Sinn und Verstand

Stelle Dir mal vor das nur ein Viertel der über 7 Millionen Bewohner von Niedersachsen der Landesregierung und dem Parlament deshalb böse Briefe schicken würden. Das jeden Tag ein bis zwei Tausend Leute vor dem Landtag und dem Regierungssitz protestieren würden etc. Dazu dann noch entsprechende mediale Begleitung und das Thema wäre recht schnell gegessen.

Ra., 04.08.2018 14:47


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/2WE
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Tags: #EU #Niedersachsen #Finanzverwaltung #Microsoft #Windows #Informationsfreiheit #Zensur #Linux #Datenschutz #Datensicherheit #OpenSource #Anonymisierung #Verschlüsselung #Verbraucherdatenschutz #Hacking #Trojaner
Erstellt: 2018-08-03 08:29:01
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