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21.02.2019 Feigenblatt Anti-Missbrauchskonferenz

Verbrecher schützen und Nächstenliebe, das passt nicht zusammen

Fast 2000 Jahre wurde vertuscht und gelogen, die ersten 1500 Jahre wurden Kritiker und auch völlig Unschuldige einfach verbrannt oder anders aus dem Weg geräumt. Die Katholische Kirche hat nie etwas von Offenheit und Transparenz gehalten.

Nun findet im Vatikan eine Anti-Missbrauchskonferenz statt. Erst nachdem über Jahrzehnte Opfer immer wieder die Öffentlichkeit gesucht haben und von den Kirchenoberen ignoriert und oft verleumdet wurden. Auch die "Öffentlichkeit" stand anfangs dem wahren Ausmaß der Fälle skeptisch gegenüber. Der Autor kann sich noch erinnern, wie er Anfang der 90-er Jahre auf einen Post zu Missbräuchen in der Katholischen Kirche der USA einen erbosten Leserbrief bekam, er könne nicht von Tausenden Fällen dort sprechen, es seien vielleicht Hundert.

Die Meldung lautete damals:

Erstmals erwähnte der Papst auch den Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, gegen die zur Zeit über 400 Prozesse in den USA laufen. (Das betrifft also immerhin ein Prozent aller katholischen US-Kleriker, Anm. MIZ-Red.) Zwar sprach er von "Schmerzen", die durch "die Sünden einiger Priester" entstanden seien, beabsichtigt aber keinerlei Strafmaßnahmen. Die US-Bischöfe hatten bei ihrer letzten Visite im Vatikan gefordert, die angeklagten Priester sofort zu entlassen - ohne Erfolg. (Süddeutsche Zeitung, 16.8.93)

Der Vatikan hatte auch bereits den wahren Schuldigen an den sexuellen Verfehlungen seiner Hirten geortet. Er erklärte offiziell: "Man muß sich fragen, ob der wirklich Schuldige nicht eine unverantwortlich permissive Gesellschaft ist, mit Sexualität überfüttert und in der Lage, Umstände zu schaffen, unter denen selbst Menschen mit solidem moralischen Gerüst zu schwerwiegenden amoralischen Handlungen verführt werden." (Süddeutsche Zeitung, 24.6.93)
zitiert nach MIZ, Materialien u. Informationen zur Zeit, Nr.4 1993

Wenn schon 400 Prozesse laufen, muss statistisch von mehreren Tausend Betroffenen ausgegangen werden - aber das hat damals noch dem Zeitgeist widersprochen. Heute wissen wir von über 1000 Fällen allein in der US Stadt Pittsburgh, Pennsylvania.

Vier Tage lang wird Papst Franziskus nun in Rom mit den Leitern der Bischofskonferenzen über sexuellen Missbrauch sprechen. Gut ist, dass die Kirche dazu gezwungen wurde, die Aussagen des Papstes im Vorfeld lassen jedoch keine wirkliche Öffnung zu dem Thema erwarten. Missbrauchsopfer, auch aus Deutschland sind nach Rom gereist, zu den Gesprächen eingeladen sind sie bisher nicht. Auch die butterweichen Ausreden des Missbrauchsbeauftragten der katholischen Kirche in der Talkrunde Maischberger am 26.9.18 machten deutlich, dass es nicht um Aufklärung sondern um Beschönigen und Verdecken geht.

Noch immer besteht die Kirche auf ihrem eigenen "Rechtsweg" und weigert sich in vielen Fällen die Aufklärung in die Hand der Justiz zu legen. Damit fällt sie total aus dem Rahmen der demokratischen Gesellschaft und verliert den letzten Rest ihre Glaubwürdigkeit.

Mehr dazu bei http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-missbrauchsgipfel-in-rom-was-theologen-und-laien-fordern-a-1253776.html
und https://www.sueddeutsche.de/thema/Missbrauch_in_der_katholischen_Kirche


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/31v
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Tags: #Kirche #Missbrauch #Zensur #Transparenz #Informationsfreiheit #verdecken #verschleiern #Meinungsmonopol #Meinungsfreiheit #Diskriminierung #Pressefreiheit #Whistleblowing
Erstellt: 2019-02-21 09:56:59
Aufrufe: 151

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