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13.10.2019 Hitler und die 35 Millionen Einzeltäter

"Täter hat sich offenbar im Internet radikalisiert" - Böses Netz?

Wieder wird uns die Mär vom Einzeltäter in Halle vorgesetzt. Auch wenn der Festgenommene B. allein unterwegs gewesen sein sollte, ein Einzeltäter war er sicher nicht. Genau so wenig wie die Mörder der anderen 200 Opfer rechter Gewalt in den letzten 30 Jahren hat er sich sein rechtes Weltbild allein geschaffen und die Tat allein geplant.

Im Gegenteil, an hunderten Tagen hat er auf Gaming-Plattformen oder mit Ego-Shooter-Spielen das Töten von (politischen) Gegnern geübt. Seine Kampfausbildung an der Waffe erhielt er bei der Bundeswehr. Man werde "spielerisch" in Gewalthandeln "hinein sozialisiert" und Hemmschwellen würden überwunden, stellt Prof. Dr. Fabian Virchow, Politikwissenschaftler an der Hochschule Düsseldorf, im Gespräch mit dem Stern fest: "Ob der Begriff des Einzeltäters tatsächlich Sinn macht, weil man ja im Blick haben muss, dass er die Weltsicht vermutlich stark durch seine Internetnutzung bekommen oder radikalisiert hat, da bin ich im Zweifel. Für die operative Umsetzung mag das in manchen Fällen gelten. Aber für die Weltanschauung wird man nie sagen können, dass jemand plötzlich von sich aus auf solche Gedanken kommt"

B. hatte, wie in den Computerspielen üblich, bei seinem Angriff auf die Synagoge vier Schusswaffen und mehrere Sprengsätze bei sich. Seine Verschwörungstheorien von den "unterdrückten Weißen" hatte er wie der Attentäter von Oslo und Utøya, Anders Behring Breivik, im Internet veröffentlicht. Auf die Mühe zur Geheimhaltung und Verschlüsselung hatte er verzichtet.

Warum auch? In seiner Welt von Internetseiten waren rassistische, antisemitische Weltdeutungen die Regel und er fand dort Vorschläge, wie "man mit den Problemen der Welt" umgehen solle. Die Vorgaben dazu kommen auch aus dem angeblich "gemäßigt" rechten Spektrum, also der AfD, insbesondere dem Flügel von Herrn Höcke. Erst vor kurzem hatte Lutz Bachmann bei einer Pegida-Rede ein Bild gezeichnet, wo er im Prinzip sagt 'Wir graben einen tiefen Graben, da tun wir die ganzen politischen Gegner rein und schütten den Graben dann zu'. Das ist eindeutig eine Tötungsfantasie, die dann durch "Einzeltäter" umzusetzen ist.

Ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und rechte Gewalt

Gegen den Terror von Rechts gab es in den letzten Tagen bereits Demonstrationen, so in der Universitätsstadt Marburg mit rund 3000 Menschen und in Hamburg gingen über 1200 Menschen auf die Straße.

Noch ist es Zeit sich heute in Berlin mit der Initiative "Unteilbar" auf den Weg zu einer großen Demonstration zu machen. Treffpunkt ist um 13h am Bebelplatz in Berlin Mitte, dem Ort der Bücherverbrennung durch die Nazis.

Mehr dazu bei https://www.stern.de/politik/deutschland/demonstrationen-buerger-setzen-zeichen-gegen-antisemitismus-und-rechte-gewalt-8951174.html
und https://www.stern.de/politik/deutschland/anschlag-in-halle--experte-erklaert--wie-sich-taeter-radikalisieren-8950982.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/events/2584-20191013.htm


Kommentar: RE: 20191013 Hitler und die 35 Millionen Einzeltäter

Das war doch ein Anfang: in 4 Tagen Vorbereitungszeit eine Demo mit 13.000 Menschen zu mobilisieren, das war nicht schlecht.

Jo., 13.10.2019 19:21


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/35E
Link zu dieser Seite: https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7041-20191013-hitler-und-die-35-millionen-einzeltaeter.htm
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Tags: #Terror #Halle #RechtsaußenNeo-Nazis #NSU #Faschisten #Rassismus #200Tote #Zensur #Transparenz #Informationsfreiheit #Verhaltensänderung #Versammlungsrecht
Erstellt: 2019-10-13 10:41:14
Aufrufe: 155

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