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29.02.2020 Wende nach 19 Jahren Krieg?

Vertrag USA-Taliban für "weniger Gewalt" in Afghanistan

Heute ist ein Schalttag, so eine Gelegenheit hat man nur alle 4 Jahre. Deshalb werden heute US Außenminister Pompejo und die Taliban in Katars Hauptstadt Doha ein Abkommen - sagen wir mal - zur Eindämmung des Krieges in Afghanistan unterzeichnen.

Zuvor 2 Entschuldigungen: 1. hatten wir kein Bild aus Afghanistan und mussten auf das aus dem Libyenkrieg der USA zurückgreifen (auch "Flugverbotszone" genannt). 2. haben wir vergeblich nach Berichten über den heutigen Tag in "unseren Medien" gesucht und müssen nun auf Al Jazeera zurückgreifen, bei denen kontinuierlich über die Verhandlungen des letzten halben Jahres berichtet wurde.

Für seinen Wahlsieg im kommenden November braucht Präsident Trump zumindest den Anschein, dass er seine Wahlversprechen einhält. Eines davon ist die Beendigung der "ewigen Kriege im Ausland". Das Abkommen mit den Taliban, dessen Unterzeichnung im Herbst und Anfang Dezember kurzfristig scheiterte, soll nun heute unterzeichnet werden.

Von Frauenrechten oder Schulbildung für alle Afghanen ist darin nicht die Rede. Die USA verpflichten sich aber zur Reduzierung ihrer Truppen auf eine Restbestand von 8600 Soldaten und im Gegenzug werden sich die Taliban innerhalb von 15 Tagen mit der afghanischen Regierung zusammensetzen, sowie große Terroranschläge unterlassen und dem "internationalen Terrorismus" keinen Unterschlupf mehr bieten.

Dies wird den Taliban nicht schwer fallen, denn große Terroranschläge kosten sie selbst Opfer und den IS möchten sie auch aus dem Land vertreiben. Ihr einziges Problem ist, dass die afghanische Regierung nicht mit ihnen verhandeln oder gar die Macht teilen möchte.

Selbstverständlich ist der Verhandlungsweg die einzige Lösung für einen halbwegs auf Augenhöhe stattfindenden Rückzug des Westens aus Afghanistan, aber der momentane Deal ohne Einbeziehung der Regierung und der Bevölkerung kann keinen Erfolg bringen - außer für die Wiederwahl von Trump.

PS. Wie sind die westlichen Alliierten, u.a. die Bundesrepublik, in die Verhandlungen und ihre Folgen eingebunden?  Wird die "Verteidigung der Bundesrepublik am Hindukush" dann einfach zu Akten gelegt? Oder ist das Ganze nur als Schaulaufen für den US Wahlkampf und der "endless war on terror" geht zur Freude des militärisch-industriellen Komplexes nach dem 4. November wieder weiter?

Mehr dazu bei https://www.aljazeera.com/news/2020/02/taliban-set-sign-deal-war-afghanistan-200228055452287.html
und https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/trump-surrendered-afghanistan-taliban-200225195942947.html


Kommentar: RE: 20200229 Wende nach 19 Jahren Krieg?

4000 US casualties, many more wounded and over 100,000 Afghanis killed. Americans spent more than a trillion US $ what for?
Why not 10 or 15 years earlier? Leave as soon as possible!

Lee, 29.02.2020 17:41


RE: 20200229 Wende nach 19 Jahren Krieg?

In der tagesschau war es heute das erste Thema aber nicht das Top-Thema.
Kein deutscher Politker hatte dazu eine Meinung. Alle NATO Truppen sollen innerhalb von 14 Monater aus dem Lande sein. Das wird AKK mit ihrem Hunger nach "Dabei-sein" nicht gefallen.
Auch die Bundeswehr hat über 20 Milliarden deutsches Steuergeld dort verschossen.

Barbara, 01.03.2020 08:28


RE: 20200229 Wende nach 19 Jahren Krieg?

Jede Wende braucht Wendehälse.
Werden wir jetzt lernen, dass Frauenrechte nur was für Weiße ist und dass es auch Ausnahmen von der Schulpflicht geben darf, wenn es sich um Mädchen handelt?
Unsere neuen Vertragspartner werden ihre Ansichten nicht geändert haben.
Präsident Macron hat mit seiner Diagnose vom Hirntod der NATO wohl recht und das seit 18 Jahren.
In Vietnam hat es 20 Jahre (1954-1973) bis zum Rückzug gedauert, jetzt fast wieder - Diagnose: keine Besserung im Hirn

Bernd, 01.03.2020 12:01


RE: 20200229 Wende nach 19 Jahren Krieg?

Temporäre Terroristen?
Die USA setzt sich bei der UN für die Rehabilitierung der Taliban ein, schreibt Telepolis.
Und die Regierung in Afghanistan? Das Abkommen mit den USA sieht vor, dass die afghanische Regierung bis zu 5000 Taliban-Kämpfer aus heimischen Gefängnissen entlässt und die Taliban im Gegenzug bis zu 1000 Kriegsgefangene freigeben. Präsident Ghani ist noch dagegen.
https://www.heise.de/tp/features/Afghanistan-Von-wegen-Friedensabkommen-4678256.html

Maria, 07.03.2020 11:16

 


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/38a
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Tags: #Taliban #Afghanistan #Doha #Katar #USA #Vertrag #SchuleohneMilitär #Atomwaffen #Militär #Bundeswehr #Aufrüstung #Waffenexporte #Drohnen #Frieden #Krieg #Friedenserziehung #Menschenrechte #Zivilklauseln #Trump #Wahlkampf
Erstellt: 2020-02-29 10:26:14
Aufrufe: 431

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