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26.12.2020 Veränderungen bei häuslicher Gewalt in Berlin

Gefühle von Einsamkeit und Eingesperrtsein

Zweimal waren wir in unseren Artikel zu Corona bereits auf die befürchtete Zunahme von Selbstmorden durch die verordnete Einsamkeit insbesondere bei alten Menschen gestoßen. Allerdings lassen sich statistische Aussagen z.Zt. noch nicht machen. Dafür hat der Berliner Tagesspiegel sich mit dem Thema häuslicher Gewalt beschäftigt und hat zumindest erste Einschätzungen bekommen.

Zur Auswertung wurde eine erstmals von der Berliner Gesundheitsverwaltung vorgelegte ausführliche Statistik über das Ausmaß häuslicher Gewalt in den verschiedenen Phasen der Bekämpfung des Coronavirus bis in den November hinein ausgewertet. So stieg die Zahl der Anzeigen 2020 im Vergleich zum Vorjahr leicht (+2,6%). Der stärkste Zuwachs trat jeweils in den Phasen vor dem ersten Lockdown im März (+6,4%) und während der Lockerungen im Sommer (+2,2%) auf.

Auf der anderen Seite kam es zu einem starken Rückgang von Sexualstraftaten während der harten Lockdownphasen zwischen März und Mai (-22%) und ab November (-12,2%), aber gleichzeitig zu einem starlen Anstieg gegenüber dem Vorjahr während des Sommers (+13,7%).

Bei den Zahlen handelte es sich jeweils um die registrierten Anzeigen und das bestätigt wovor Sozialarbeiter und Ärzte seit Monaten warnen: In den Lockdown-Phasen verdunkelt sich das sogenannte „Hellfeld“, Taten werden seltener zur Anzeige gebracht. Auch durch Schul- und Kitaschließungen wird gerade Gewalt gegen Kinder seltener entdeckt.

Nach dem Lockdown im Juni wurden z.B. in der Gewaltschutzambulanz der Charitédort 30% mehr Fälle von häuslicher Gewalt und Kindesmisshandlung aufgenommen als im Vorjahr. Bis in den September blieb die Zahl der Anzeigen um 13% höher als im Vorjahr.

Mehr dazu bei https://www.tagesspiegel.de/berlin/kaum-mehr-anzeigen-viele-hilferufe-wie-gross-das-ausmass-haeuslicher-gewalt-in-der-pandemie-ist/26737266.html
und alle unsere Artikel mit einem Bezug zu Corona https://www.aktion-freiheitstattangst.org/cgi-bin/searchart.pl?suche=corona&sel=meta


Kommentar: RE: 20201226 Veränderungen bei häuslicher Gewalt in Berlin

Im Umgang mit Corona hier in Deutschland offenbart sich eine tiefe Sehnsucht nach Normalität und Sicherheit. Zu dieser Normalität gehört auch die traditionelle Familie mit ihrer Prägung von der Bismarck-Zeit. Wenn die Welt aus den Fugen gerät - dann ist immer noch als letzte Instanz die Familie vorhanden, die autonom mit allen Widrigkeiten umgeht. In diesem Sinne ist Deutschland noch immer ein zutiefst konservatives Land, auch in den fortschrittlich-progressiven Teilen der Gesellschaft.
Jetzt erweist sich Corona wieder einmal als hilfreich, die verborgenen Seiten der Gesellschaft aufzublättern. Mit den Familien scheint es nicht so gut zu klappen, auch nicht, wenn es sich zeitgemäß um Zweipersonenhaushalte handelt.
Auffällig dabei ist, daß die Probleme häuslicher Gewalt durch lockdown & Co schon sehr früh in der schwedischen Öffentlichkeit Aufmerksamkeit fanden, etwa ab Anfang - Mitte April. Deutschland folgte mit einigen Monaten Verspätung hinterher. In diesem Zusammenhang erinnert man sich an die Idee vom "schwedischen Staatsindividualismus" des Lars Trägårdh [über die Sinnhaftigkeit möchte ich nicht urteilen, die Bücher dieses Autors habe ich nicht gelesen].

Be., 26.12.20 12:53


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3ds
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Tags: #Corona #Verhaltensänderung #häuslicheGewalt #Berlin #Gesundheitsamt #Statistik #Lockdown #Eingesperrtsein #Transparenz #Informationsfreiheit #Soziales #Gleichberechtigung #Gender #Diskriminierung #Ungleichbehandlung
Erstellt: 2020-12-26 09:33:28
Aufrufe: 306

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