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07.04.2021 "Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz"

Alle Schweine sind gleich - manche gleicher

... und diese Unterschiede werden nicht geringer oder wenigstens langsam angeglichen sondern bewusst vertieft. Beim neuen "Freiwilligendienst der Bundeswehr" wird die Ungleichbehandlung offensichtlich.

Während junge Erwachsene im freiwilligen Sozialen Jahr oder als Bundesfreiwillige eine als "Taschengeld" bezeichnete Entschädigung von 240€ erhalten, von denen noch 40€ als Sozialbeiträge abgezogen werden, kann ein Freiwilliger bei der Bundeswehr mit 1400€ netto nach Hause gehen.

Während der eine also für fast nichts eine (nicht vorhandene) Pflegekraft ersetzt oder in als gemeinnützig anerkannten Vereinen oder Stiftungen die ungeliebte Büroarbeit erledigt, kann der andere mit dem fast 7-fachem Geld seiner Abenteuerlust oder Schießübungen bei der Bundeswehr nachgehen.

Ein bisschen helfen, ein bisschen kämpfen

Unter diese Überschrift stellt die Tagesschau den neuen "Dienst" bei der Bundeswehr vor. Gestern haben also 325 Rekrutinnen und Rekruten in diesem Dienstverhältnis ihre dreimonatige militärische Grundausbildung begonnen. Dabei müssen sie gemeinsam mit den Rekrutinnen und Rekruten den normalen freiwilligen Wehrdienstes ableisten. Nach diesen 3 Monaten erhalten sie eine Spezialausbildung im Heimatschutz.

Und das war es dann? Nein, die Betreffenden müssen sich dann auf 6 Jahre verpflichten als Reservisten bereitzustehen. In dieser Zeit werden sie noch mal für bis zu 5 Monate zu Übungen einberufen.

Was soll das Ganze?

  1. Die Verteidigungsministerin möchte auf diese Weise ihre Lücke von ca. 30.000 fehlenden Soldaten verkleinern.
  2. Sie will mit einem Bundeswehr-Light-Angebot neue Interessenten gewinnen, da den Betroffenen hierbei kein Auslandseinsatz droht.
  3. Es ist gleichzeitig ein kleiner Schwenk zurück zu einem allgemeinen Wehrdienst - erst einmal ganz freiwillig und einigermaßen Bezahlung.

Beim Thema Bezahlung sind wir wieder zurück bei George Orwells "Farm der Tiere": Wie kann eine Chistlich-soziale und Sozial-demokratische Regierungskoalition ein Vergütungssystem von 7:1 für "militärische Arbeit" gegenüber sozialer Arbeit verordnen?

Grundsätzlich muss natürlich weiter die Forderung gelten: Abrüsten statt aufrüsten!

Mehr dazu bei https://www.tagesschau.de/inland/verteidigung-freiwilligendienst-101.html
und https://www.deutschlandfunk.de/bundeswehr-der-neue-freiwilligendienst-im-heimatschutz.1783.de.html


Kommentar: RE: 20210407 "Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz"

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer ließ verlautbaren: „Heimat ist für mich und für viele andere Menschen in Deutschland mehr als nur ein Ort, es ist ein Gefühl, etwas was man im Herzen trägt“.[1] Die militärische Perspektive ist deutlich nüchterner. In einem nicht zufällig im selben Monat auf dem Youtube-Kanal der Bundeswehr veröffentlichten Video mit Filmausschnitten einer Heimatschutzübung der Bundeswehr von 1976 heißt es: “Heimat, das bedeutet nicht nur Freunde, Familie, die Landschaft, in der man aufgewachsen ist. Heimat, das sind auch Fabriken, Nachrichtenanlagen, Straßen, Brücken – kurz all das, was man mit dem neudeutschen Wort Infrastruktur bezeichnet“.
Also Einsatz im Inland, schon besser als Auslandseinsatz, aber wo ist die Abgrenzung zu Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk?

So., 12.05.21 14:44


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3fc
Link zu dieser Seite: https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7602-20210407-freiwilliger-wehrdienst-im-heimatschutz.htm
Link im Tor-Netzwerk: nnksciarbrfsg3ud.onion/de/articles/7602-20210407-freiwilliger-wehrdienst-im-heimatschutz.htm
Tags: #Freiwilligendienst #Bezahlung #Ungleicheit #GeorgeOrwell #FarmderTiere #Soziales #Diskriminierung #Ungleichbehandlung #SchuleohneMilitär #Atomwaffen #Militär #Bundeswehr #Aufrüstung #Waffenexporte #Drohnen #Frieden #Krieg #Friedenserziehung #Menschenrechte #Zivilklauseln #Heimatschutz
Erstellt: 2021-04-07 07:54:23
Aufrufe: 266

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