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10.07.2021 Abzug bei Nacht und Nebel

"Es ist furchtbar, was hier passiert"

Das sind die Worte des Vorsitzenden des Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte, Marcus Grotian, am Dienstag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, und weiter "Ich kann das moralische Versagen, das ich hier wahrnehme, nicht in Worte fassen."

Das moralische Versagen deutsche Soldaten über 6000 km hinter den Landesgrenzen in einen 20-jährigen Krieg zu schicken, ist unserer Meinung nach noch größer. Aber er hat Recht, wenn er sich Sorgen um mehrere Hundert afghanische Ortskräfte macht, die noch immer ohne gültige Ausreisepapiere sind und sich im Land verstecken müssen. Ebenso gefährdet sind erst vor 2 Tagen mit der 40. Sammelabschiebung weitere 27 afghanische Männer in ihre ehemalige Heimat abgeschoben worden. Sie werden, wie die "Ortskräfte" nur in Verstecken überleben können. Wir können in solchem Handeln die "europäischen Werte"  an keiner Stelle erkennen.

Heimlich um 3 Uhr nachts

... hat das US Militär in der letzten Woche seinen größten Stützpunkt in Bagram verlassen. Den afghanischen Sicherheitskräften ist das erst 4 Stunden später aufgefallen ... und sie waren "not amused". Denn auf dem Stützpunkt befindet sich auch eines der größten Gefängnisse mit z.Zt. etwa 5000 einsitzenden Taliban. Das Fehlen einer offiziellen Übergabe des Stützpunktes an die Regierungskräfte wird sich "bei einer weiteren Zusammenarbeit als wenig hilfreich erweisen".

Warum sind Militärs so realitätsblind?

Per Definition sollten Militärs Kräfteverhältnisse und "Lagen" einschätzen können. Sicher können sie solche Einschätzungen, wenn sie der offizellen Politik widersprechen, nicht offen kommunizieren. Sie sollten diese aber der Politik unterbreiten und Abzugs-/Rückzugs-Pläne parat haben. Wir erleben jedoch ein vergleichbares Desaster wie beim Abzug des US Militärs am 30. April 1975 aus Saigon, der heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt.

Offen bleibt, wer die Verantwortung für diese 20 Jahre währende falsche Politik übernimmt. Es gibt dazu seltsamerweise noch nicht einmal ein kritische Diskussion im Bundestag. Wenigstens im Hinblick auf Mali und den Tschad könnte man doch schon mal überlegen, ob man dem Primat der Politik gegenüber "militärischen Lösungen" nicht größere Chancen einräumen sollte ....

Mehr dazu bei https://www.spiegel.de/ausland/afghanistan-us-armee-verteidigt-heimlichen-abzug-aus-bagram-militaerbasis-a-b0ade4e6-0200-4489-8b6e-6fbd75d90835
und https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-07/afghanistan-bundeswehr-truppenabzug-ortskraefte-schutzprogramm-umgang-soldaten-5vor8


Kommentar: RE: 20210710 Abzug bei Nacht und Nebel

Erst fordert ihr "Raus aus Afghanistan" und nun mosert ihr wieder. Was hätte man denn anders und besser machen können?
Der Job war, die Regierung stabil zu halten. Was soll man machen, wenn die sich selbst zerfleischen und sich das Geld in die eigenen Taschen stecken.

Bernd, 10.07.21 21:36


RE: 20210710 Abzug bei Nacht und Nebel

Die Supergaudi ist ja nun, dass die ihren Abzug auch noch feiern wollen und sich streiten ob man das vor dem Reichstag oder im Bendlerblock tun sollte ...
... anstatt sich mal zu fragen, wer für dieese Desaster verantwortlich war.

Mo., 10.07.21 23:49


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3gT
Link zu dieser Seite: https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7700-20210710-abzug-bei-nacht-und-nebel.htm
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Tags: #Afghanistan #Rückzug #Abzug #USA #Bagram #Taliban #SchuleohneMilitär #Atomwaffen #Militär #Bundeswehr #Aufrüstung #Waffenexporte #Drohnen #Frieden #Krieg #Friedenserziehung #Menschenrechte #Zivilklauseln
Erstellt: 2021-07-10 08:21:38
Aufrufe: 364

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