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31.07.2021 Studie zu Corona an Schulen bleibt geheim

Was steht denn nun in der Studie?

Man kann es kaum glauben: Seit 1,5 Jahren beruft sich die Politik auf wissenschaftliche Erkenntnisse im Umgang mit Corona. Aber grundlegende Studien, wie ansatzweise die Hengsberg Studie im April 2020 von Prof Streeck , die erst kürzlich durch die Uni Mainz untermauert wurde ( Hohe Dunkelziffer Genesener Corona-Infizierter ) oder Untersuchungen über die Wirkung der Corona Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche wurden lange ignoriert.

Nun startet man im Herbst 2020 mal eine Studie über Corona an Schulen und jetzt soll sie geheim sein.  Hamburg will die Informationen zu einer deutschlandweiten Corona-Studie nicht herausgeben, weil das sonst "die Beziehungen zu den anderen Ländern voraussichtlich belasten" würde, wie es von der Stadt heißt, schreibt t-online zu dem Fall.

167.397,18 Euro hat die Untersuchung den Steuerzahler gekostet. Da sollte der Bürger auch über die Ergebnisse unterrichtet werden. Außerdem sollte die Studie zur "Schaffung einer Entscheidungsgrundlage" der Länder im Umgang mit den Schulen nach den Sommerferien sein. Das ist in einigen Ländern JETZT!

Ein Hamburger Vater zweier Schüler, verlange vom Land Hamburg Einblick in die Ergebnisse der Studie und nutzte dazu das Hamburger Transparenzgesetz (Informationsfreiheitsgesetz, IFG). Danach kann Jede/r Behörden mit Anfragen zur Herausgabe von Dokumenten und Informationen zu Vorgängen in der Verwaltung löchern. (PS: Wir haben uns in Berlin vor 2 Jahren für ein entsprechendes Gesetz stark gemacht und Unterschriften für einen Volksentscheid dazu gesammelt.)

Mit der wahrscheinlich wohl begründeten aber dem IFG widersprechenden Antwort: Informationen müssten nicht herausgegeben werden, "wenn deren Bekanntmachung die Beziehungen zu einem anderen Land oder zum Bund gefährden würde" - wurde der Antrag des Hamburger Vaters abgelehnt.

Nun könnte man zu Gunsten Hamburgs annehmen, dass das Land nicht mit der Veröffentlichung vorpreschen möchte, da es doch eine gemeinsame Studie aller Länder ist. Aber die KMK, der Zusammenschluss der Bildungsminister der Länder, will auf eine entsprechende Anfrage auch nicht antworten, weil für sie selbst das Hamburger IFG nicht gilt - Schilda läßt grüßen!

So viel zum Thema Transparenz und Informationsfreiheit selbst bei vorhandenem Informationsfreiheitsgesetz. Aber was steht denn nun in der Studie? Welche PolitikerInnen fürchten bei der Veröffentlichung ihre Wahlchancen zu schmälern?

Mehr dazu bei https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_90512888/laender-ruecken-studie-zu-corona-an-schulen-nicht-raus.html


Kommentar: RE: 20210731 Studie zu Corona an Schulen bleibt geheim

Man könnte spekulieren, daß in solchen Ereignissen das deutsche Wesen sich in seiner deutlichen Form zeigt. Dafür braucht es Krisen wie Corona, auf die die Politik reagiert.
Das traditionelle Verhaltensmuster ist dabei eine autoritär durchgesetzte Politik, oft auch mit militaristischer Färbung. Besondere Merkmale: Der Unwille der Obrigkeit, sich demokratischer Kontrolle durch die allgemeine Öffentlichkeit zu unterwerfen. Und das Agieren auf einer kurzen Zeitskala. In schicksalshaften Zeiten wird in militärischer Anlehnung quasi eine Massenmobilisierung organisiert und die Bevölkerung auf Schicksalsschlacht eingestimmt. Damit verbunden: obrigkeitsstaatliche Wichtigtuerei. So habe ich persönlich die Corona-Anfangszeit in Deutschland in Erinnerung.
Mit dieser Tradition sind wir hier in Deutschland richtig gut. Man denke nur an Friedrich den Kleinen, Bismarck, "Führer" A. Hitler... Immerhin scheint es immer noch hohe Erwartungen in diese Richtung zu geben, die auch tief verankert sind im Denken. Anders kann wohl das Verhalten der deutschen Zivilgesellschaft (=Merkels Hilfstruppe) nicht erklärt werden.
Kürzlich ist mir durch Zufall eine Abhandlung aus der Management-Welt in die Hände gefallen. Demnach stehen (Wirtschafts-)Unternehmen permanent vor der Entscheidung, adäquat auf äußere Veränderungen reagieren zu müssen.
Situationen mit geringer Unsicherheit hinsichtlicher der weiteren Entwicklung, und mit geringen Veränderungsanforderungen können - oder sollten - mit traditionellen Formen aufgefangen werden: Klare Verantwortlichkeitsverteilung, hierarchische Strukturen, Rückgriff auf bewährtes Wissen und stukturierte Abläufe.
Eine völlig andere Situation besteht, wenn Informationen fehlen, die zukünftige Entwicklung kaum eingeschätzt werden kann, es keine Erfahrungen gibt, auf die zurückgegriffen werden kann, und wenn der Veränderungsdruck hoch ist. In solchen Situationen spielt die Schwarmintelligenz ihre Stärken aus. Durch dezentrale und selbstorganisierte Strukturen können Informationsdefizite ausgeglichen werden und flexibel auf unerwartete Ereignisse reagiert werden. In diesem quasi chaotischen Prozeß der Neuorganisation mit Netzwerkbildung ist dann auch ein hohes Innovationspotential enthalten.
Paradoxerweise scheint die Politik diese beiden Strategien miteinander verwechselt zu haben. Angemessen wäre die zweite Strategie gewesen, angewendet wurde die erste. Die mediale Öffentlichkeit und die Zivilgesellschaft waren überwiegend zufrieden damit. Noch ein Hinweis darauf, daß Deutschland ein gespaltenes Land ist: Bismarck-Zeit plus Postmoderne.

Be., 31.07.21 11:58


RE: 20210731 Studie zu Corona an Schulen bleibt geheim

zur ablehnung einer impfempfehlung für ab 12-jährige: alles, was ich bis jetzt in den medien dazu gehört hatte, war, dass die stiko die begründung für ihre empfehlung nicht nennen will, weil sie die gründe nicht nennen will. daraus kann man dann aus außenstehende schließen, was man will: sie hat keine gründe, die gründe sind so gefährlich, dass man sie nicht veröffentlichen darf, sie glaubt, dass kinder nicht krank genug werden um prophylaktisch geimpft zu werden, usw. usf ... da kann man sich denken was passt ...

Al., 01.08.21 14:53


RE: 20210731 Studie zu Corona an Schulen bleibt geheim

Ich habe im April 2020 den Offenen Broief an die Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen veröffentlicht. Ein Zitat daraus
Abschließend möchte ich anmerken, dass Politiker und Wissenschaftler spürbar an Glaubwürdigkeit gewinnen würden und das Gemeinwesen würde davon nur profitieren, wenn die Verquickungen zwischen der Politik und der Wissenschaft sich verringern und die Distanz zwischen den Politikern und den Wissenschaftlern größer wird. Diese Verquickungs- und fehlende Distanz-Problematik hat die Coronakrise wie im Brennglas ziemlich plakativ verdeutlicht.
Offener Brief: Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen - mit Sachverstand, 26.04.2020 - https://realtime.fyi/articles/panicroomplus/offener-brief-moeglichkeiten-und-wege-zur-weiterentwicklung-des-gesundheitswesens-aufzuzeigen-mit-sachverstand
Nach dem ich in Erfahrung gebracht habe, dass "Studie zu Corona an Schulen bleibt geheim" und vor allem weil Die Bundesregierung und die Gesundheitsminister der Länder wollen offenbar Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren empfehlen. Wie die „Bild am Sonntag“ mit Verweis auf eine Beschlussvorlage schreibt, soll ihnen generell die Impfung angeboten werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das bisher nicht.
Gesundheitsminister für Impfangebot für Kinder ab 12 Jahren, 01.08.2021 - https://www.deutschlandfunk.de/bild-am-sonntag-gesundheitsminister-fuer-impfangebot-fuer.1939.de.html?drn:news_id=1286430
ist es für mich offensichtlich, dass die Politiker _jetzt nicht nur versuchen auf die Wissenschaft Einfluss zu nehmen, sondern schlicht und einfach den wissenschaftlich begründeten Standpunkt, die Nichtempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko)* ignorieren und _maßen sich an, Handlungsempfehlungen im Lebensbereich auszusprechen, für den Sie gar nicht zuständig und nicht qualifiziert sind.
Es verdichtet sich bei mir der Verdacht, dass so ein Handeln der Politiker einen Verstoß gegen den beim Amtseintritt geleisteten Eid „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, .." darstellt.
*) Der Bundesgerichtshof entschied 2017, dass die STIKO Nutzen und Risiken von Impfungen beurteilen könne, die Impfempfehlungen gelten als „medizinischer Standard“.
Ständige Impfkommission - https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndige_Impfkommission

Me., 01.08.21 15:31


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3hf
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Tags: #Corona #Schulen #Studie #Zensur #Transparenz #Informationsfreiheit #Pressefreiheit #IFG #Auskunftsersuchen #Ungleichbehandlung #Mitbestimmung
Erstellt: 2021-07-31 07:35:21
Aufrufe: 317

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