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07.01.2023 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

... und hoffentlich werden es noch viel mehr

Gemeint ist dabei nur die Anzahl der deutschen Kriegsdienstverweigerer im Jahr 2022. Über Kriegsdienstverweigerer und Deserteure der russischen, belarussichen und ukrainischen Streitkräfte haben wir schon mehrmals berichtet. Verglichen mit denen ist die Zahl von insgesamt 951 Anträge im Jahr 2022 niedrig, aber höher als die knapp 200 in 2021. Hier alle unsere Artikel zum Thema Kriegsdienstverweigerung https://www.aktion-freiheitstattangst.org/cgi-bin/searchart.pl?suche=verweiger&sel=meta

Verglichen mit den Zahlen der Kriegsdienstverweigerer bei der Bundeswehr vor der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland im Jahre 2011 ist die Zahl von 951 verschwindend gering. Allerdings muss man sehen, dass seit 2011 nur noch diejenigen zur Bundeswehr gehen, die keine Gewissensbisse haben auf andere Menschen zu schießen und sie töten oder verletzen zu wollen.

Die Bundeswehr hat im letzten Jahrzehnt jährlich Millionen dafür aufgewendet, um ihre Personalstärke bei ca. 180.000 Soldaten zu halten. Dafür wurden Menschen "mit Werbeversprechungen in die Armee gelockt, die mit der Realität nichts zu tun hätten", so der Geschäftsführer der "Deutschen Friedensgesellschaft", Michael Schulze von Glaßer auf Spiegel.de.

Davon können wir auch bei Aktion Freiheit statt Angst berichten, denn wir haben über Jahre die Werbeveranstaltungen der Bundeswehr auf der YOU Messe in Berlin, den Besuchen von Karriereoffizieren an Schulen, im Jobcenter oder bei Straßenfesten in der Gruppe "Schule ohne Militär" kritisch begleitet und die Jugendlichen zum eigenen Nachdenken aufgefordert (siehe z.B. Kein Werben für's Sterben  und Bundeswehr mit Knall auf der YOU Messe und Aktion auf der YOU Messe ).

Einen Antrag auf Verweigerung des Kriegsdienstes kann Jede/r stellen, egal ob er oder sie z.Zt. in einem Dienstverhältnis steht und damit schon mal eine Absicherung für eventuelle Einberufungen hinter sich bringen. Viele solche Anträge wären auf jeden Fall ein Zeichen, dass wir uns gegen eine weitere Militarisierung unseres Lebens stellen ...

Mehr dazu bei https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-zahl-der-kriegsdienstverweigerer-hat-sich-2022-fast-verfuenffacht-a-2c84a8e8-9de8-45a8-bb2c-05f40db2ca3b
und https://www.jungewelt.de/artikel/442269.drohende-eskalation-keinen-bock-auf-krieg.html


Kommentar: RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Jetzt muss ich aber schmunzeln. Nein auch ich habe keinen Bock auf Krieg. Aber gerade wenn ich freiwillig zur Bundeswehr und somit zur Armee gehe (die Pflicht ist ja ausgesetzt), muss ich doch damit rechnen eben auch im Krieg zum Einsatz zu kommen. Zumal die akutelle strategische Ausrichtung der Bundeswehr genau in diese Richtung geht. Sprich es ist keine Verteidigungsarmee.

In., 07.01.23 10:38


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Ja, die Menschen überlegen nicht, bevor sie sich dazu entschließen bzw. meinen, die persönlichen Vorteile würden überwiegen. Jetzt muss man ja sagen, sie meinten es, da es ernst wird. Dafür sind Armeen nunmal da, hätte jeder wissen können.

Do., 07.01.23 10:43


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Es kann das Recht auf KdV doch nicht damit bezweifelt werden, dass Menschen dazu gelernt haben. Wer auch immer und aus welchen Gründen auch immer den Kriegsdienst verweigert, handelt richtig.
Dass Menschen kein schutzwürdiges Interesse hätten, die aus Gründen nicht zum Wehrdienst herangezogen werden könnten, ist BS.
KdV ist ein Grundrecht und als solches im GG verankert. Daraus resultiert auch ein Recht auf Anerkennung, selbst wenn eine Einberufung aus anderen Gründen nicht in Betracht kommen sollte.
Ein Physiklehrer an meinem damaligen Gymnasium gehörte zu den "Weißen Jahrgängen". Ihm wurde zunächst die Anerkennung verweigert, er konnte sich aber letztlich durchsetzen und erhielt die Anerkennung.
Sollte sich Herr Büyrü mal hinter die Ohren schreiben.

Di., 07.01.23 11:27


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Auch wer "gedient" hat, kann nachträglich den Kriegsdienst verweigern. Das ist auch ein Zeichen.

Ro., 07.01.23 11:48


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Ja, habe ich gemacht. Erst Bund, dann Kriegsdienstverweigerer. Und kann ich auch heute, trotz ausgesetzter Wehrpflicht, unbedingt nur jedem empfehlen. Wer weiß ob die Zeiten so bleiben wie sie sind.

St., 07.01.23 11:57


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Dazu zwei wichtige Links:
http://www.zentralstelle-kdv.de/
https://www.dfg-vk.de/

St., 07.01.23 12:06


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

In der Tat ist die Wehrpflicht nicht abgeschafft, nur ausgesetzt. Es gab ja kürzlich mal wieder einer Reaktivierung der Wehrpflicht.
Inzwischen wurde die Bundeswehr allerdings zu einer Berufsarmee umgebaut, die mit Wehrpflichtigen wenig anfangen kann.
Aber eine Wehrpflicht beinhaltet ja auch politisches Potential. Popularisierung der Armee, Bewusstseinswandel in der Bevölkerung, dass Krieg wieder als "akzeptables" Mittel der Politik anerkannt wird. Dazu kommt die Gelegenheit, die Eingezogenen direkt in dieser Richtung zu indoktrinieren.
Unabhängig davon stellt jede Armee ein zumindestens potentielles Sicherheitsrisiko für die Demokratie dar. Zuletzt wurde das auch bei uns deutlich durch diese im Reichsbürger-Milieu angesiedelte Verschwörung, die ja sehr wohl Verbindungen auch in die Bundeswehr hatte hat.

Di., 07.01.23 12:14


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Ist diese Zahl (ohne Bestehen der Wehrpflicht) überhaupt relevant?

Rt., 07.01.23 15:49


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Das Problem mit der Wehrpflicht macht sich jetzt in der Phase ohne eine Solche deutlich. Im Moment streben nur noch Gewaltaffine, Herrschaftsgläubige und Menschen mit zweifelhaften "Werten" zu den Waffen. Andere die, wie wohl im Moment, die BW zur Ausbildung und als Arbeitsplatz verstanden haben, gehen wenn es zum Ernstfall kommen könnte von der Fahne.
Übrig bleibt ein militärisch ausgebildeter übler Haufen (siehe KSK). Im Ernstfall in dem Widerstand gegen den Staat zur Pflicht wird (wie es in der Verfassung so schön heisst) kann dies zum Problem werden.
Keine grundlegende Veränderung der Gesellschaft ist denkbar ohne oder gar gegen die Waffenträger in ihr. Friedrich Engels wusste, weshalb er immer wieder forderte, die Wehrpflicht so auszugestalten, dass sie möglichst alle jungen Männer erfasste; und nicht nur, muss man heute ergänzen, jene, die dem herrschenden System ohnehin zuneigen. https://www.jungewelt.de/artikel/441979.milit%C3%A4r-und-theorie-den-krieg-verstehen.html
Von daher zweischneidig. Ich wäre auch nicht in die westdeutsche Bundeswehr, wurde aber eh aus gesundheitlichen Gründen ausgemustert.

Be., 07.01.23 16:03


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Wo weniger Reservist:innen und an der Waffe ausgebildete, da weniger Material zum verheizen... 😉

Be., 07.01.23 16:06


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Ich bin für die Abschaffung der Bundeswehr. Das Argument von dem gefährlichen, reaktionären Kern bestärkt mich in dieser Auffassung.
Dieses Ziel ist aber kurzfristig nicht zu erreichen. Also steht auf der Tagesordnung, zumindestens jegliche Auslandseinsätze der Bundeswehr zu verbieten, und zumindest die aberwitzigsten Rüstungsprojekte zu verhindern. Inklusive jeglicher Form der "Atomaren Teilhabe".
Das ist in der Tat das Bohren sehr dicker Bretter. Tja, dann ist das eben so.

Di., 07.01.23 16:15


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Darf ich als einfach älter werdender Mann mit den üblichen altersmäßigen Gebrechen und gleicher Einstellung mitmachen?
Oder poetisch und geklaut: "Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte." 😄

St., 07.01.23 17:14


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Mein Vater war als Arzt von 1939 - 1945 Offizier in der faschistischen Luftwaffe. Seitdem ist jeglicher Gedanke an eine militärische Karriere abgepfiffen.
Unser älterer Sohn kam als erster Jahrgang in den Genuss der Wehrpflicht-Aussetzung. Woran man sehen kann, dass eine "Ehrenrunde auf der Penne auch was Gutes hat 😉 Wäre er allerdings wie auch immer zur Bundeswehr gegangen, hätte er auf keinen Fall dort Karriere machen können. Dafür hätte ich schon gesorgt. Eher eine theoretische Überlegung, Bundeswehr stand definitiv nicht zur Debatte.

Di., 07.01.23 17:57


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Das ist eine Last, die du leider noch mit zu tragen hast.
Es ist ja nichts oder nicht viel gesprochen, geschweige denn verarbeitet worden. Mein Großvater hat zwei Weltkriege mitmachen müssen und ich habe in den Fotoalben als Kind Fotos aus Frankreich aus dem ersten Krieg gesehen und war schockiert, zumal ein totes Pferd dabei war. Mit ihm darüber reden ging nicht, weil ich ihn nicht bewusst erlebt habe. Seine Tochter, meine Mutter, war genauso schweigsam wie mein Vater, Jahrgang 1920, der zum Ende des Krieges in den Kaukasus als Fahrer eingezogen wurde. Er hat nie über Erlebtes reden wollen, was mich gerade als Jugendliche irritiert hat. Also habe ich mich selbst informiert und eine Haltung eingenommen, die sie als undeutsch gedeutet haben ( Dann geh doch in die DDR)... Ich habe vom Großvater Unterlagen aus dem zweiten Weltkrieg, in denen er sich beruflich eher gegen das System gewandt und denunziert wurde, bis er in NSDAP eintrat. Das, es ging um Zwangsarbeiter, versuche ich bis heute mit Geschichtsinteressierten aufzuarbeiten, weil es mich sehr betroffen macht. Um gegen Krieg und Soldatentum zu sein, hat mir aber schon das tote Pferd gereicht.

Do., 07.01.23 18:37


RE: 20230107 Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich verfünffacht

Mein Opa ist auf dem Weg nach Stalingrad verwundet und nachhause geschickt worden, was sein Glück war. Über das was er als Flakhelfer bis dahin erlebt hat wurde aber auch nie gesprochen. Der andere Teil der Familie waren Flüchtlinge aus dem sog. Sudetenland. Diesen Opa habe ich nie kennengelernt. In der Familie habe ich auch in jener Zeit nicht gefragt, in der es noch möglich war. Mit 13 hatte ich dann mein Konfrontationserlebnis in Buchenwald (als Wessie-Schüler).
Alles weitere hab ich mir angelesen. Die Stimmung in der Jugend war auch eindeutig gegen Krieg und Bundeswehr https://invidious.snopyta.org/watch?v=kJe5Dohxkj8
Spätestens aber seit der Wehrmachtsausstellung 93, die vieles bestätigte was man schon vorher lesen konnte, hoffte ich , das die Geschichte das Bewusstsein der Menschen hierzulande wirklich verändert und wurde schon durch den Jugoslawienkrieg eines Besseren belehrt. Nicht nur die umherschweifenden Nazibanden und so mancher Historiker war Geschichtsvergessen, sondern die Eliten und große Teile der Bevölkerung hier sind es immer noch. Was den Krieg angeht und die Geschichte dieses Landes. Das die erzählenden und erklärenden Zeitzeug:innen mittlerweile fast alle gestorben sind macht es nicht leichter.
Zumindest bleibt noch die Hoffnung auf den Ur-Instinkt zu flüchten, wenn der Pulverdampf aufsteigt. Ein Rest scheint noch vorhanden.

Be., 07.01.23 19:17


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Tags: #SchuleohneMilitär #SoM #Kriegsdienstverweigerung #Atomwaffen #Militär #Bundeswehr #Werbung #Aufrüstung #Waffenexporte #Frieden #Krieg #Friedenserziehung #Russland #Ukraine
Erstellt: 2023-01-07 10:16:55
Aufrufe: 357

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