DE | EN
Sitemap | Impressum
web2.0 Diaspora Vimeo taz We at Mastodon A-FsA Song MeetUp Twitter Youtube Tumblr Flickr Wikipedia Bitcoin Facebook Bitmessage Betterplace Tor-Netzwerk https-everywhere
10.10.2010 Verschiedene Auffassungen zur Netzneutralität
Sorry, most articles are not available in English yet

Diskussion über grenzenlose Netzneutralität

Erst vor wenigen Tagen haben wir ausgerufen: Netzneutralität muss Grundpfeiler des Internets bleiben!

Nun konnten wir in der ver.di Zeitschrift KOMM zwar erfreut lesen, dass die Diskussion zur Netzneutralität auch in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages angekommen ist. Allerdings müssen wir feststellen, dass die Diskussion aus dem (wirtschaftlichen) Blickwinkel der Deutschen Telekom geführt wird. Dies widerspricht aber dem Grundsatz der (Netz-) Neutralität.
Selbstverständlich wenden auch wir uns gegen Lohndumping und Abwärtsspirale, das kann aber kein Argument für die Bevorzugung oder den Ausschluss bestimmter Datenpakete im Internet sein. Der wirtschaftliche Wettbewerb wird sich nicht mit Zensur und/oder technischen Tricks gewinnen lassen.
Auch das interne ver.di Positionspapier zum Urheberrecht vermengt (teilweise berechtigte) wirtschaftliche Interessen mit den Themen Netzneutralität und Copyright.

Wir dokumentieren hier trotzdem den von uns abweichenden Diskussionsstand bei ver.di:
Das Thema Netzneutralität ist aufgerufenvon Lothar Schröder in ver.di KOMM 8/9 2010Mit zunehmender Leidenschaft und Intensität wird mit der Verbreitung des Internet-Protokolls und neuer Dienste das Thema Netzneutralität erörtert - weltweit.

In der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages ist das Thema angekommen. Dort wird über eine Empfehlung gebrütet, ob gesetzlicher Regelungsbedarf zur Netzneutralität besteht. Es geht dabei insbesondere um die Frage, ob die Provider alle Dienste zulassen und unbeobachtet auf dem Netz anbieten müssen. Nur der oberflächliche Betrachter wird grenzenlose Freiheit anstatt definierte Freiräume fordern.

Spätestens nach der Privatisierung der Telekom hat der Gesetzgeber klargemacht, dass über Telekommunikation Geld verdient werden soll. Muss also Skype kostenfrei an­geboten werden, selbst wenn damit das eigene Finanzierungsmodell zusammenbricht? Dürfen Youtubes und Suchmaschinen die Netze mit breitbandigen Angeboten derart verstopfen, dass Telefonie immer wackliger wird? Müssen Netzbetreiber findigen Gebührenbetrügern für den Missbrauch der Netze die Tür öffnen und kein Netzmanagement praktizieren? Diese Fragen werden zu erörtern sein.

Netzneutralität kann am Ende nicht beliebig sein. Die Regulierung des Netzes muss zwischen Netzen, Diensten und Inhalten unterscheiden. Und sie muss unterscheiden zwischen der Differenzierung unterschiedlicher Diensteangebote und der Diskriminierung unterschiedlicher Nutzer. Die Entfaltung der Prinzipien der Netzneutralität setzt am Ende aber immer eine Infrastruktur voraus. Die wiederum braucht Finanzierungsgrundlagen. Deswegen wird Netz­neutralität letztendlich dort Grenzen haben, wo die Finanzierungsmodelle der Betreiber unmöglich werden. Wahrscheinlich wird spätestens die Realisierung der Prinzipien der Netzneutralität aber die Betreiber zu volumenabhängigen Tarifierungsmodellen zwingen. Das Ende der herkömmlichen Flatrates könnte anbrechen.




Category[24]: Zensur & Informationsfreiheit Short-Link to this page: a-fsa.de/e/1t7
Link to this page: https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/1615-20101010-verschiedene-auffassungen-zur-netzneutralitaet.htm
Link with Tor: nnksciarbrfsg3ud.onion/de/articles/1615-20101010-verschiedene-auffassungen-zur-netzneutralitaet.htm
Tags: #FsaMitteilung #Netzneutralitaet #verdi #Enquete-Kommission #Bundestag #Telekom #Skype
Created: 2010-10-11 08:23:56
Hits: 4331

Leave a Comment

If you like a crypted answer you may copy your
public key into this field. (Optional)
To prevent the use of this form by spam robots, please enter the portrayed character set in the left picture below into the right field.
logos Mitglied im European Civil Liberties Network Creative Commons Bundesfreiwilligendienst We don't store user data World Beyond War Tor - The onion router HTTPS - use encrypted connections We don't use JavaScript For transparency in the civil society