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21.10.2017 "Killing Business" am Pranger
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Mord ist verboten - weltweiter Krieg erlaubt?

Der reißende Strom wird gewalttätig genannt. Aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig. Berthold Brecht

Drohnenangriffe in Pakistan, Waffenlieferungen an syrische Rebellen, Terroranschläge in Italien durch "Gladio", Auftragsmorde rund um den Globus: Es ist ein lautloser Feldzug gegen die Feinde Amerikas - organisiert von der CIA. Der Pulitzer-Preisträger Mark Mazzetti berichtet in seinem neuen Buch "Killing Business. Der geheime Krieg der CIA" von einem Schattenkrieg des US-Geheimdienstes.

Präsident Ford hat 1976 in der Rückschau auf die mehrfachen vergeblichen Versuche Fidel Castro zu töten und anderer missglückter Mordkomplotte der CIA (wegen den der US-Kongress 1975 eine Untersuchungskommission eingesetzt hatte)ein Verbot von politischen Morden verordnet. Doch seit 9/11 wird auch von Regierungsanwälten argumentiert, dass gezielte Tötungen jenseits offizieller Kriegsschauplätze - beispielsweise durch Drohnen - gerechtfertigt sind, da sie keine Morde seien, sondern Kriegshandlungen in einem weltweiten Krieg.

Bekannt werden die Hintergründe solcher "Mordsaktionen" meist nur durch Zufall. 2011 erschoss Raymond Davis in den Straßen Lahores zwei Pakistani, die ihn ausrauben wollten. Davis landete im Gefängnis - das pakistanische Volk forderte seinen Tod - doch die US-amerikanische Regierung kaufte ihn frei. Er war Leiter einer Söldnergruppe, die, ähnlich Gladio in Europa, verdeckte Aktionen in Pakistan durchführen sollte.

Dass es auch unter dem Level des Mordauftrags geht, zeigt das US Special Operations Command (SOCOM), welches eine Abteilung für psychologische Kriegführung besitzt im Jahre 2006. Es ließ von einem tschechischen Unternehmen mit den Namen U-Turn Media Videospiele entwickeln. Diese waren Teil einer breit angelegten Propagandakampagne im Nahen Osten. Ziel war es über das Spiel Informationen über seine Nutzer zu sammeln. Diese ahnten nichts davon, als sie sich das Spiel auf ihr Handy luden. Gleichzeitig sollte das Spiel den Nutzern ein positiveres Bild von den USA vermitteln. Zitat:,,Das Spiel Iraqi Hero war so aufgebaut, dass es leicht für alle möglichen Länder in der muslimischen Welt modifiziert werden konnte.“ Die Grafik war vielseitig einsetzbar, mit Anpassungen der Dialoge sollte das Spiel für 13 Länder geeignet sein." Tausende von Speicherkarten mit dem Spiel wurden auf Märkten und Basaren verkauft oder auch verschenkt.

In den USA selbst ist es dem Geheimdienst gesetzlich verboten, Propagandaaktionen gegen amerikanische Medien oder Kampagnen zur Beeinflussung amerikanischer Staatsbürger durchzuführen. Deshalb kommt auch hier statt der CIA das Militär zum Zuge. Es ist prinzipiell ähnlichen Handlungseinschränkungen unterworfen wie die CIA, was gegen amerikanische Staatsbürger gerichtete Propaganda betrifft. Doch der US-Kongress lässt in der Regel dem US-Verteidigungsministerium mehr Spielraum dafür. Dazu muss es nur beweisen, dass die psychologische Kriegsführung als Unterstützung für US-Soldaten oder der Nachwuchswerbung dient - und schon ist möglich, das in diesem oder jenen Hollywood Blockbuster auch mal ein echter Flugzeugträger einschließlich der Besatzung mitspielt, wenn das Militär in dem Film "gut aussieht".

Mehr dazu bei https://panopticon.blog/2017/10/19/die-psychologische-kriegfuehrung/
und http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/172112/index.html
und https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Special_Operations_Command
und "Killing Business. Der geheime Krieg der CIA" in deutsch von Helmut Dierlamm und Thomas Pfeiffer. Berlin Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8270-1174-9; als E-Book: ISBN 978-3-8270-7687-8


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Created: 2017-10-21 11:18:42
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