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16.09.2019 Militär kommt in der Klimadebatte nicht vor

US-Militär ist weltweit größter Umweltverschmutzer

Wenn man alle Menschen mit Nahrung, Wasser sowie Wohnraum versorgen möchte und ihnen Gesundheitsfürsorge und Bildung zukommen lassen will, benötigt man in etwa 17 Mrd. Dollar im Jahr. Genauso viel, wie innerhalb von 14 Tagen auf der Erde für Waffen ausgegeben wird.

https://shift-happens.org/deutschland-ruestungs-oder-sozialstaat/

Seit Wochen wird auf die am Freitag zu erwartenden "großen Beschlüsse des Klimakabinetts" verwiesen - und dann werden wir erleben, wie der Berg eine Maus gebären wird. Losgelöst von allen Haushaltsplanungen, die bereits in der letzten Woche inklusive einer weiteren Erhöhung des Rüstungshaushalts beschlossen wurden, werden wir zahnlose Versprechen hören, die niemanden zufrieden stellen können.

Da wird von vielen Kleinigkeiten die Rede sein, aber ganz sicher nicht von einer Beschränkung des militär-industriellen Komplexes, der nach NATO-Planungen demnächst 2% unseres Bruttoinlandsprodukts, also ungefähr 80 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen soll. Der Rüstungs- und "Sicherheits"-Sektor wächst seit Jahren ungebremst, nicht nur in Deutschland sondern in fast allen NATO-Staaten.

"Militärische Umweltverschmutzung" wird in Klimaabkommen nicht eingerechnet

Wie bitte? Ja, richtig gehört: "Bei den Verhandlungen über die Kyoto-Abkommen forderten die USA als Unterzeichnungsvorschrift, dass alle ihre militärischen Operationen weltweit und alle Operationen, an denen sie mit den Vereinten Nationen und/oder der NATO beteiligt sind, vollständig von der Messung oder Reduzierung ausgenommen werden. ... Nachdem sie sich dieses gigantische Zugeständnis gesichert hatte, weigerte sich die Bush-Regierung dann trotzdem, die Verträge zu unterzeichnen.“ (https://linkezeitung.de/2019/03/26/der-militaerische-angriff-auf-das-globale-klima/)

Die Größenordnung der Umweltverschmutzung hat Greenfinder in einem Artikel so berechnet: "Über den größten Umweltverschmutzer der Welt wird selten gesprochen: Er ist das Militär des US-Imperiums. Die gigantische Kriegsmaschinerie ist der weltweit größte Verbraucher von Erdölprodukten. Offiziell werden auf den weltweit ungefähr 1.000 Militärbasen täglich 320.000 Barrel Öl verbraucht. Sie verursacht die meisten sogenannten Treibhausgasemissionen und schleudert Tag für Tag megatonnenweise giftige Schadstoffe in die Umwelt." Die Baseler Zeitung kommt auf 269.000 Barrel Öl am Tag und sieht das US-Militär bei den Verschmutzern durch flüssigen Treibstoff direkt hinter der Schweiz und vor mehr als 140 anderen Staaten. Die Zeitung schreibt auch, wie schwierig es ist an verlässliche Zahlen zu kommen, denn diese waren nur über die US Defense Logistics Agency (DLA), einer bisher wenig untersuchten Behörde innerhalb des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu erhalten.

Hinzu gerechnet werden müssten noch die Verseuchungen durch Atombombenversuche von 1945 bis in die 70-er Jahre, das über Vietnam abgelassene und sogar auch  auf Neuseeland "endgelagerte" Dioxin, die in Serbien, dem Kosovo und dem Irak verschossene Uranmunition. Auf Gegenfrage.de lesen wir: "Zudem werden ausgemusterte Schiffe samt hochgiftiger Ladung zumeist nicht fachgerecht abgebaut und entsorgt, sondern auf hoher See einfach mit Torpedos und Raketen bombardiert und versenkt. Mindestens 109 Mal soll dies zwischen 1999 und 2012 so praktiziert worden sein. Nur 64 Schiffe wurden im selben Zeitraum verschrottet und recycelt."

Shift-happens.org stellt deshalb die zentrale Frage, die wir in der letzten Woche bei der Haushaltsdebatte nicht gehört haben: Wollen wir einen Sozial- oder einen Rüstungsstaat?

Statt einer Verdopplung des Militärhaushalts könnten wir für den sozialen Wohnungsbau jährlich 250.000 Sozialwohnungen bauen. Millionen Menschen in Deutschland leben in sozialer Unsicherheit oder am Existenzminimum, eine Verdopplung der Hartz-IV Sätze wäre finanzierbar, für die Bildung wären Mittel frei. Auch die populistische Diskussion gegen "Ausländer" wäre völlig überflüssig, denn auf die Frage "Was kostet es, die ganze Welt zu ernähren?" kann man einfach beantworten: "Gerade einmal ein Drittel von dem, was es kostet, sie zu zerstören."

Und das Geld für die Zerstörung geben wir ohne große Diskussion in Politik und Medien seit Jahrzehnten aus ...

Mehr dazu bei https://www.wolfgang-gehrcke.de/de/article/2206.us-militaer-ist-weltweit-groesster-umweltverschmutzer.html
und https://www.bazonline.ch/wissen/natur/das-us-militaer-verschmutzt-die-umwelt-staerker-als-140-laender/story/23828059
und https://shift-happens.org/deutschland-ruestungs-oder-sozialstaat/


Kommentar: RE: 20190916 Militär kommt in der Klimadebatte nicht vor

Wieviel Prozent der Luftverschmutzung gegenüber dem Militär-, Luft- und Schiffsverkehr machen alle Autos auf unserem Planeten aus? Leider ein guter, aber uneffektiver Beschluss.

Ro., 19.09.2019 17:20


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/35c
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Tags: #Klima #Umwelt #Verschmutzung #USA #NATO #SchuleohneMilitär #Atomwaffen #Militär #Bundeswehr #Aufrüstung #Waffenexporte #Drohnen #Frieden #Krieg #Friedenserziehung #Menschenrechte #Zivilklauseln
Erstellt: 2019-09-16 08:43:48
Aufrufe: 351

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