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01.06.2020 Epidemien fanden bisher in den Ländern des Südens statt

Statt internationaler Solidarität - Blick auf Pandemie national verengt

Das Medientrommelfeuer unter dem Namen "Corona" musste Jede/n treffen, egal ob am Zeitungskiosk oder im täglichen "Corona-Extra" nach der Tagesschau. Erstmals seit 100 Jahren hatte eine Krankheit uns heimgesucht, anstatt "wie üblich" jenseits der Grenzen im Süden in fernen Ländern zu bleiben.

Alle diese Berichterstattung drehte sich um das eigene Land, marginal kamen, meist noch zur Abschreckung, Berichte aus Norditalien und Großbritannien dazu. Als erstes wurde, entgegen dem Schengen Abkommen, die Grenzen geschlossen und die EU Nachbarländer brüskiert, bzw. zu ähnlichen Maßnahmen gedrängt.

So wie gemeinsames Handeln und Solidarität in der EU auf der Strecke blieben, so erging es erst recht dem Süden. Anne Jung, Sprecherin Globale Gesundheit bei medico international, schreibt dazu im Attac Rundbrief 02/20:

"... Der blitzschnell beschlossene milliardenschwere Rettungsschirm erfasste nicht die globale Dimension und schon gar nicht die globale Verantwortung für die Pandemie. Von einer Abfederung der Folgen entlang der weltweiten Lieferketten - schon jetzt sind Millionen Näherinnen in Asien arbeitslos geworden, ohne jede soziale Absicherung -oder gar einem Schuldenschnitt war nicht die Rede im Bundestag. Die in diesen Tagen viel beschworene Solidarität endet bestenfalls an den EU-Außengrenzen. In europäischen Flüchtlingslagern wird das Menschenrecht auf gleichen Zugang aller zu Gesundheit täglich verletzt und Tote werden billigend in Kauf genommen.

... 2014 infizierten sich während der Ebola-Epidemie in Westafrika 20.000 Menschen mit dem Virus, fast die Hälfte starb daran. In Westafrika fand der Virus die besten Voraussetzungen, sich zu verbreiten. Die Gesundheitssysteme dort gehören zu den schwächsten weltweit. Die Welt schaute lange tatenlos zu; die Abschottungspolitik, die folgte, war so radikal, dass die Exportwirtschaft komplett zum Erliegen kam.

... Bis heute gibt es im westafrikanischen Sierra Leone immer noch weniger Ärztinnen im öffentlichen Gesundheitssektor als in der Frankfurter Uniklinik. Es gehört nicht viel Vorstellungskraft dazu, was die Ausbreitung von Corona hier bedeuten wird."

Das war eine zusätzliche Katastrophe für die Menschen dort - das gleiche erleben sie auch heute und wieder gibt es keine Solidarität durch die Industriestaaten, im Gegenteil, die einzige internationale Hilfe, die für sie sichtbar ist, die WHO wird vorsätzlich geschwächt. Statt zu helfen drängt zusätzlich die Weltbank derzeit die Länder im globalen Süden dazu, die Probleme im Gesundheitsbereich mittels privater Finanzierung zu lösen und Notprogramme auf Kreditbasis aufzulegen.

Über die Notwendigkeit von Schuldenstreichungen können sich die Politiker noch nicht mal bei der Lage der Kommunen in Deutschland einigen - wie weit ist der Weg bis zu einem globalen Schuldenschnitt ...
Unsere Medien hätten dafür Verständnis wecken können, wenn sie wenigstens mal den Blick über die Grenzen gewagt hätten - ganz unabhängig von Corona.

Mehr dazu im Attac Rundbrief 02/20 S.5
und bei https/medico.de


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/39Q
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Tags: #Corona #Medien #Grenzen #Süden #Gesundheit #Entwicklung #Zusammenarbeit #Weltbank #WHO #Grundrechte #Menschenrechte #Ebola
Erstellt: 2020-06-01 08:50:10
Aufrufe: 514

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