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16.01.2021 Das Leid mit dem "Kopierschutz"

DRM, HDCP u.v.a.

Wem ist das noch nicht passiert? Man legt eine DVD ins Laufwerk und möchte sie auf dem Laptop abspielen ... und dann folgt eine Fehlermeldung wie "Dieser Film kann in dieser Region nicht angezeigt werden" oder "Das Abspielgerät entspricht nicht den Anforderungen".

Die DVD ist keine "Schwarzkopie" sondern ehrlich erworben und die Hersteller haben ihren Teil des Profits längst erhalten. Ähnlich kann es einem bei der Installation von Software gehen. Die Ursache ist in allen Fällen ein Kopierschutz oder Rechtemanagement. Während dies bei den DVDs auf den Silberscheiben eingebrannt ist, kommt bei Software DRM, das Digital Rights Management, zum Einsatz.

Eingebrannt in einem Chip auf dem Rechner lässt es bestimmte Operationen einfach nicht zu. Ob die jeweilige Aktion des Chips aus irgendwelchen rechtlichen Gründen in irgeneinem Teil der Welt "richtig" wäre, sei dahin gestellt. In Millionen anderen Fällen ist es einfach nur hinderlich.

Jürgen Schmidt berichtet auf Heise.de über einen ähnlichen Fall. Er wollte sich nur die "heute Show" aus der ard-Mediathek ansehen - das sollte igentlich legal sein. ;-)

Er berichtet: Also starte ich mein neues Macbook, gehe auf die Mediathek und stecke erwartungsfroh das HDMI-Kabel des Heimkinos (mit dem vorsorglich gekauften HDMI-to-USB-C-Adapter!). Nach der bekannten Eröffnungsmelodie bleibt die Ausgabe stumm und die Anzeige lautet

Dieser Inhalt wird nicht angezeigt, da ihr TV kein HDCP 2.2 unterstützt.

Was bedeutet das? HDCP ist die High-Bandwidth Digital Content Protection - also schon wieder das "Rechtemanagement" irgendwelcher Medienkonzerne. In obigem Fall war es nicht das Macbook, denn das unterstützt HDCP 2.2 sondern der angeschlossene Beamer, der kein 4k-Video sondern nur HD-Video abspielen kann und dem angeschlossenen HDMI mitteilt, dass er HDCP 1.4 machen möchte.

Allein durch das Upgrade der HDCP Versionen von 1.4 auf 2.2 werden alle Nutzer der alten Geräte und Kabel von der Nutzung ausgeschlossen. Der Autor bei Heise.de stellt fest: "Dummerweise lassen sich weder das Macbook noch der AV-Receiver davon überzeugen, dass mir Full-HD völlig ausreicht und sie deshalb auf den HDCP-2.2-Schnickschnack getrost verzichten können. Bei der Playstation 4 Pro ging das noch ..."

Natürlich gibt es technische Möglichkeiten diese vorsätzlichen Einschränkungen der Nutzung der (meist älteren) Geräte zu umgehen

  • einen HDCP 2.2 fähigen Beamer kaufen (den höchstens ein Kino braucht)
  • das neue Macbook gegen ein altes HDCP 1.4. fähiges tauschen
  • einen HDMI-HDCP-Konverter für ca. 30€ kaufen
  • einen HDMI-Splitter mit sogenanntem "HDCP Bypass" für 15€ kaufen.

Mindestens die letzte Möglichkeit ist jedoch in Deutschland illegal. Und das gilt verrückterweise auch, wenn ich mir damit nur eine selbst erstellte Präsentationen oder Material aus der mit meinen Gebühren mitfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Mediathek ansehen möchte. Wir sehen wieder einmal: Kriminelle Raubkopierer werden durch "Kopierschutztechniken" nicht abgehalten - aber sämtliche Normalbürger werden zum ständigen Shoppen gedrängt.

Fazit Zwangsdigitalisierung: Wieder werden wir zum (ständigen) Kaufen von den neuesten Geräten oder der neuesten Software gezwungen, weil vorsätzlich die Kompatibilität missachtet wird. Deshalb halten wir weiter die Forderung nach freier offener Software hoch. Bei der Hardware muss der Gesetzgeber eine ausreichende Mindesthaltbarkeit/-nutzbarkeit sicherstellen.

Mehr dazu bei https://www.heise.de/meinung/Kopierschutz-Kopf-Tisch-5021833.html


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3dJ
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Tags: #Kopierschutz #HDCP #DRM #Chips #Kabel #HDMI #Microsoft #Apple #Google #Medienkonzerne #Diskriminierung #Ungleichbehandlung #Raubkopierer #illegal #Shoppingwahn #Internetsperren #Netzneutralität #OpenSource #Datenschutz #Datensicherheit #Datenskandale #Verschlüsselung
Erstellt: 2021-01-16 10:51:48
Aufrufe: 287

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