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05.02.2021 Kriegs-Werbung bei Kindern

Rüstungskonzerne werben bei Neunjährigen

Gestern noch hatten wir uns mit Problemen von Kindern in der Corona-Zeit beschäftigt und dabei kritisiert, dass den Kindern im Home Schooling "nebenbei" Werbung vorgespielt wird - und das war Bewegtbild-Werbung mitten bei Kopfrechenübungen. Ist das bewusste Ablenkung, um den perfekten Fachidioten zu erzeugen oder nur Profitdenken?

Aber es geht noch schlimmer. Wie der britische Independent berichtet, sind (nicht nur) britische Rüstungskonzerne sehr an der Aufmerksamkeit und einer positiven Einstellung von Jugendlichen interessiert. Auch hier müssen wir leider einräumen, dass die Bundeswehr da auch nicht zimperlich ist (Kinder am G36 bei der Bundeswehr und Bundeswehr an Schulen und sogar Kitas).

Unter der Überschrift "Rüstungskonzerne liefern Märchengeschichten für Neunjährige als Teil einer 'dystopischen' Marketingaktion in Grundschulen" können wir erfahren:

Die Märchen, die speziell für Kinder der fünften und sechsten Klasse produziert wurden, zeigen Videos von BAE-Mitarbeitern und Angehörigen der Streitkräfte, die beliebte Märchen wie Aschenputtel und Jack and the Beanstalk vorlesen und dabei Fragen zum Thema Technik stellen. Das Unternehmen stellt Schulen gebrandetes Lernmaterial zur Verfügung, das Kinder ab fünf Jahren während der Koronavirus-Sperrung zu Hause bearbeiten können.

Die Märchen sind nur das jüngste Beispiel für eine Marketingoffensive an Schulen durch militärische Auftragnehmer und Zulieferer, die zusammen Millionen von Pfund pro Jahr ausgeben, um ihre Marken in Schulen zu bewerben.

  • Thales, das Waffen an Regime wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Kasachstan verkauft hat, bietet markenbezogene Aktivitäten für Kinder an, darunter einen Raketensimulator.
  • Raytheon, Hersteller der Paveway IV-Raketen, die derzeit von Saudi-Arabien im Jemen eingesetzt werden, veranstaltet jedes Jahr einen nationalen Kuppelbauwettbewerb für Kinder an britischen Schulen.
  • MDBA, ein weiterer großer Lieferant von Raketen für Saudi-Arabien, veranstaltet in der Stadt Stevenage, wo sich die Fabrik befindet, einen "Roboter-Rumble" für Kinder ab 11 Jahren.

Solche perfiden Werbemaßnahmen werden nicht nur von Andrew Smith von Campaign Against Arms Trade verurteilt, der feststellt:

"Die Idee, Waffenhändlern zu erlauben, junge Kinder durch Schulen und Heimunterricht ins Visier zu nehmen, ist bizarr, dystopisch und falsch. ... Die Waffen, die BAE produziert, wurden in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt eingesetzt. Das Unternehmen hat einige der grausamsten Regime der Welt bewaffnet und unterstützt und sie damit in die Lage versetzt, schreckliche Gräueltaten und Misshandlungen gegen ihre eigene Bevölkerung und die in anderen Ländern zu begehen. Keine dieser schrecklichen Realitäten wird in ihren Unterrichtsplänen oder ihrer Propaganda berücksichtigt.

Im Moment spielen BAEs Kampfjets eine zentrale Rolle bei der von Saudi-Arabien geführten Bombardierung des Jemen. Dies hat die schlimmste humanitäre Krise der Welt ausgelöst und die Zerstörung von Schulen und den Tod von Tausenden von Kindern im schulpflichtigen Alter zur Folge. Das ist kein Märchen, das ist das wirkliche Leben und das sind die Folgen dieser Waffenverkäufe."

Es muss Aufgabe von Eltern und Bildungseinrichtungen sein, solche Einflussnahmen zu stoppen. Bildung darf nicht ein Anhängsel von Werbung werden - und erst in keinem Fall von Werbung für den Krieg.

Mehr dazu bei https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/arms-companies-fairy-tale-stories-bae-b1780982.html

 


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3e6
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Tags: #Rüstungskonzerne #Kinder #Bundeswehr #Aufrüstung #Waffenexporte #Werbung #Frieden #Krieg #Corona #Schulen #Manipulation #Transparenz #Informationsfreiheit #Digitalisierung #Unterricht #Homeschooling
Erstellt: 2021-02-05 09:46:25
Aufrufe: 153

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