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01.01.2022 Big5 kaufen das Internet auf

Wem gehört das Internet? Netzneutralität in Gefahr

Es gehört glücklicherweise nicht mehr dem US Militär, auf das seine Entwicklung, vor allem die des zugrunde liegenden Protokolls TCP/IP zurück geht. Trotzdem ist vieles noch auf die USA konzentriert, so z.B. werden die 13 Root-Name Server sämtlich von US Firmen betrieben, auch wenn es inzwischen Spiegelungen dieser Server in anderen Ländern vorwiegend auch in der EU gibt.

Die Netze über die die Daten laufen gehör(t)en historisch meist den jeweiligen Telekommunikationsunternehmen des jeweiligen Landes. Im Zuge der "Globalisierung" machten sich private Provider breit und bauten auch eigene Netze auf. Die Übergänge von Netz zu Netz werden über Router sichergestellt, die unter der Kontrolle des jeweiligen Netzbetreibers stehen.

Die Verbindungen von Kontinent zu Kontinent laufen meist über Seekabel, die früher von den Telekommunikationsunternehmen beauftragt wurden und inzwischen auch von privaten Konsortien gebaut werden.

Fazit: Alles in Butter?

Also gehört das Internet jetzt allen und die Kräfte des Marktes sorgen für ein ausgewogenes freies Netz? Weit gefehlt!

Über die Dominanz der Internetgiganten GAFAM (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft) bei den Anwendungen wollen wir hier nicht reden - das haben wir schon oft genug getan. Aber die Milliarden, die diese Big5 damit unverdientermaßen verdient haben, nutzen sie nun, um das Internet aufzukaufen.

Von den heute mehr als 1.500.000 Kilometer an Unterseekabeln wird Google nach Fertigstellung des Curie-Kabels im Laufe dieses Jahres  international rund 20.000 Kilometer an Unterseekabeln besitzen. Zählt man zusammen, was Google im Konsortiium mit Facebook, Microsoft und Amazon besitzt, so kommt man auf 100.000 Kilometer.

Der Besitzer dieser Nadelöhre bestimmt auch die Preise oder schlimmer, kann die Netzneutralität einschränken. Der Begriff der Netzneutralität beschreibt die Tatsache, dass im Internet jedes Datenpaket, unabhängig zu welcher Anwendung es gehört, gleich behandelt wird. Auch wenn dies bereits heute an vielen Stellen (auch aus technischen Gründen) nicht mehr gilt, so ist das Prinzip für ein offenes freies und demokratisch verwaltes Internet eine Grundvoraussetzung.

Die Besitzer der Netze können an den Übergangsknoten (Routern) Regeln setzen, die bestimmte (z.B. ihre eigenen) Dienste bevorzugen und andere langsamer oder überhaupt nicht weiterleiten. Peter F. Mayer beschreibt auf tkp.at anschaulich wie das relativ unbemerkt ablaufen könnte:

  • Zunächst wird die Meinungsvielfalt langsam aber sicher eingeschränkt, denn die kostenlosen Inhalte [der Besitzer der Netze] werden mehr Verbreitung finden.
  • In einem zweiten Schritt können unliebsame oder unprofitable Inhalte gedrosselt werden. Wenn eine Webseite nur langsam lädt, alle Videos die nicht von YouTube nur ruckelnd anzusehen sind, leitet man die Kunden um zu den performateren Diensten, die inhaltich von den Tech-Konzernen Gewünschtes anzubieten haben.

  • Und in einem dritten Schritt besteht die Möglichkeit der „deep packet inspection“ also das Mitlesen von Inhalten, wie das ja schon länger auch Geheimdienste tun, wie wir spätestens durch die Enthüllungen von Edward Snowden erfahren haben.

Was können wir dagegen tun? Am einfachsten wäre es diesen Big5 die Mittel zu entziehen mit denen sie "das Internet kaufen", in dem wir ihre scheinbar kostenlosen Angebote nicht mehr nutzen - und dann gibt es auch (noch) Möglichkeiten die Politik zum Eingreifen zu zwingen - solange diese Big5 nicht mächtiger werden als die Großmächte auf der Erde - und das ist nur noch eine Frage der Zeit ...

Mehr dazu bei https://tkp.at/2021/12/31/google-und-andere-tech-giganten-kaufen-still-heimlich-und-leise-die-zentralen-teile-des-internets-auf/


Kommentar: RE: 20220101 Big5 kaufen das Internet auf

.diese entwicklung kommt auch vom "Prinzip- Faulheit " , heute kann man ja völlig ohne infrastruktur server, virtuelle server u.a. aufsetzen, die bei dienstanbietern liegen.
Das vereinsamt das Netz. Da werden ggf. fast NUR noch mailadressen bei Hostern angelegt , obwohl das auch anders geht. Da is man denn auch nicht ständig "on the fly", aber wenn man wieder reingeht, erfolgt die zustellung, allerdings nicht gerade schnell.
Das Betreiben von privaten/persönlichen Servern/ Hosts sollte wieder mehr in den Blickpunkt ( So wie es am anfang des inet's war, ) wieder mehr in den Blickpunkt rücken, sonst ham wa verloren.

Kl., 01.01.22 17:50


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3k8
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Erstellt: 2022-01-01 11:12:06
Aufrufe: 358

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